Das Jahrestreffen der Fachgruppen Dahlien, Fuchsien und Kübelpflanzen findet vom 9. bis 12. September 2027 in Schwerte statt. Es wird im Rahmen der Dahlienhallenschau die IGA 2027 Rhein-Ruhr besucht. Das genaue Programm wird später mitgeteilt.
Jahrestreffen Schwerte - September 2027
Das Jahrestreffen der Fachgruppen Dahlien, Fuchsien und Kübelpflanzen findet vom 9. bis 12. September 2027 in Schwerte statt. Es wird im Rahmen der Dahlienhallenschau die IGA 2027 Rhein-Ruhr besucht. Das genaue Programm wird später mitgeteilt.
Jahrestreffen Loire-Tal - September 2026
Liebe Fachgruppenmitglieder, liebe Freunde der GdS,
das Programm unserer Reise in das französiche Loire-Tal, von Samstag, 12.09.2026 bis Samstag, 19.09.2026 können Sie hier nebenstehend herunterladen.
Die Reise ist ausgebucht!
Jahrestreffen Leipzig - September 2025
Jahrestagung der Fachgruppe Dahlien vom 18. - 21. September 2025 in Leipzig
Autorin: Sarah Gesella
43 Dahlienfreunde reisten vom 18. – 21. September 2025 ins sächsische Leipzig zur jährlichen Tagung der Fachgruppe Dahlien. Am Anreisetag trafen wir uns am Nachmittag zu einer Stadtführung im historischen Zentrum. Unsere humorvolle Führerin verstand es bestens, uns die Stadtgeschichte auf unterhaltsame Art näherzubringen.
Der Freitag führte uns in zwei Privatgärten: Zwei Mitglieder der Staudenfreunde aus der Region um Leipzig hießen uns in ihren sehr unterschiedlichen Gärten willkommen. Die Pächter des Mühlparks Kleindalzig, Karin und Bernd Ullmann, begrüßten uns in ihrem 6.000 qm großen Refugium direkt am Mühlbach. Ein verwunschener Ort – unter alten Baumriesen gliedert sich der Garten in abwechslungsreiche Bereiche mit Gartengebäuden, Staudenbeeten und zwei großen Teichen. Besonders interessant für unsere Gruppe war natürlich das Dahlienbeet. Überall im Garten ließen sich mit liebevoller Hingabe gestaltete Details entdecken. Ein besonderer Hingucker ist ein Beet mit verschiedensten Phloxen – auf Nachfrage erklärte uns die Gartenbesitzerin, dass sie von einem Mitglied ihrer Regionalgruppe im Vorjahr Saatgut erhalten hatte, das nun bereits im ersten Jahr Blüten unterschiedlichster Couleur aufweist.
©2025 Sarah Gesella
Mühlpark Kleindalzig
Weiter ging es im Leipziger Garten von Antje Schuhmann. Dort beeindruckte ein großer Schwimmteich, dessen Aushub zur Modellierung des Geländes genutzt wurde. Auf dem so entstandenen Hügel wachsen verschiedenste Obst- und Wildobstgehölze, die voller Früchte hingen und als Sichtschutz zu den angrenzenden Firmengrundstücken dienen. Zwischen dem naturnahen Bewuchs rund um den Teich tanzten die Libellen über das Wasser. Neben und hinter dem Haus hat die Gärtnerin einen Kräuter- und einen Nutzgarten angelegt.
©2025 Sarah Gesella
Schwimmteich im Garten Schuhmann
Zum Mittagessen zog es uns ins Rennbahn-Restaurant in Leipzig, denn direkt angrenzend liegt der Clara-Zetkin-Park mit seinem Dahliengarten, wo wir nach einer Stärkung in der Gastronomie die herrlichen Sommerblumen und Dahlieninseln bewunderten.
©2025 Sarah Gesella
Dahlien und Sommerblumen im Clara-Zetkin-Park
Ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag war der anschließende Besuch in der Gärtnerei Felgenträger. Eine inhabergeführte Gärtnerei, die die wohl größtmögliche Sortimentsbreite aufweist. Neben Zimmerpflanzen und Dekoration im Innenbereich gibt es hier Sommerblumen. Erst im Außenbereich wurde das eigentliche Ausmaß der Gärtnerei klar: Eine riesige Auswahl an Gehölzen gibt es hier zu kaufen, doch auch bei den Stauden fanden sich erstaunlich viele Arten und Sorten. Der Inhaber führte uns durch seine kurz nach der Wende gegründete Gärtnerei und die Schaupflanzungen. Besonders stolz präsentierte er uns seine Auswahl an Bambussen. Auch Raritäten und Besonderheiten anderer Pflanzenfamilien sind hier zu finden. Ich liebäugelte mit einem Cercis 'Zig Zag', dessen Stamm an jedem Nodium die Richtung wechselt – beschloss aber, dass ein Baum im Reisebus vielleicht doch etwas schlecht zu transportieren wäre.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Dahlie. Schon am Vormittag führte uns unser Weg nach Thüringen, wo wir gleich zwei Gärten unseres Mitglieds Mario besuchen durften. Was uns dort erwartete, war ein wahres Blütenmeer: mehrere hundert Sorten Dahlien, jede für sich ein kleines Kunstwerk, hatten ihren Platz zwischen üppig behangenen Obstbäumen gefunden. Die Vielfalt war überwältigend – von zarten Pastelltönen bis hin zu leuchtenden Farbexplosionen – dazwischen immer wieder der Duft reifer Äpfel, Birnen und Pfirsiche, die schwer an den Ästen hingen. Der Blick schweifte über die weite Landschaft, während die Dahlien in allen Farben funkelten und mit der Sonne um die Wette strahlten. Kaum zu glauben, dass dieses Dahlienparadies ohne kommerzielle Nutzung nur aus Freude an der Dahlie angelegt wurde – beeindruckend!
©2025 Sarah Gesella
Marios Dahlien
Im Anschluss wurden wir im Dahliengarten Gera empfangen, wo unsere langjährigen Mitglieder Heinz Panzer und Ute Biele einen Imbiss für uns vorbereitet hatten. Eine Gästeführerin der Stadt führte uns durch den ältesten Dahliengarten Deutschlands, in dem seit 1928 Dahlien gepflanzt werden. Bei der diesjährigen Besucherwahl zur schönsten Dahlie gewann die klassische Sorte 'Biedermannsdorf' – eine großblütige, gelb-rote Schönheit.
©2025 Sarah Gesella
Dahliengarten Gera
Weiter ging es nach Bad Köstritz zum Dahlienbogen, den uns der heutige Inhaber der über 150 Jahre alten Dahlienspezialgärtnerei Panzer – Dirk Panzer – vorstellte. Nur wenige Gehminuten entfernt besuchten wir das Dahlienzentrum, in dem uns Claudia Friedrich durch das Museum und seine Sammlung rund um die Dahlie führte. Den Abschluss bildete die Gärtnerei Panzer selbst. Bei Kaffee und Kuchen wurden wir herzlich empfangen, bevor wir das Sortenschaufeld durchstreiften – natürlich mit der Bestellliste in der Hand. Die Fülle der Sorten begeisterte uns und viele Teilnehmer orderten Pflanzen für die kommende Saison.
©2025 Sarah Gesella
Dahlienvielfalt in der Gärtnerei Panzer
©2025 Sarah Gesella
Dahlie 'Biedermannsdorf'
©2025 Sarah Gesella
Sortenfeld in der Gärtnerei Panzer
Am Abreisetag nutzte eine größere Gruppe die Gelegenheit, den Pflanzenmarkt im Botanischen Garten Leipzig zu besuchen. Dank der Organisation der örtlichen Regionalgruppe erhielten wir bereits eine halbe Stunde vor der offiziellen Öffnung Zutritt – ein besonderes Erlebnis! Mit rund 45 Pflanzenhändlern bot der Markt eine Fülle an Raritäten und so füllten sich die Taschen rasch. Es fanden zahlreiche Mitbringsel ihren Weg in die Gärten unserer Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Wir danken von Herzen allen Beteiligten, die uns diese Reise möglich gemacht haben – allen voran unserer Fachgruppenleitung Bettina Verbeek sowie den Organisatoren Susanne und Stefan Lohmeier. Über die Gastfreundschaft der Garten- und Gärtnereibesitzer sowie der Regionalgruppen vor Ort haben wir uns sehr gefreut. Besonderer Dank gilt der Familie Panzer, die uns einen Einblick in ihren züchterischen Betrieb gewährte.
©2025 Olaf Scholten
Die Fachgruppe Dahlien
Mit Vorfreude blicken wir nun auf unsere nächste Tagung im September 2026 im französischen Angers. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten dazu folgen im Rundbrief der Fachgruppe sowie im Staudengarten.
Frühjahrstreffen Niederrhein/Niederlande - April 2025
Frühjahrstreffen der Fachgruppe Dahlien am Niederrhein und in den Niederlanden im April 2025 - Text: Sarah Gesella
Freitag
Dahlienbasar
Zum ersten Mal traf sich die Fachgruppe Dahlien schon außerhalb der Blütezeit der Dahlie im Frühjahr mit dem Ziel, untereinander Dahlienknollen bei einem Basar zu tauschen. So kamen wir am Freitagnachmittag auf dem niederrheinischen Hof unserer Fachgruppenleiterin Bettina Verbeek an, wo wir herzlichst mit von Susanne selbstgebackenem Kuchen empfangen wurden. Es standen bereits kistenweise Dahliensorten auf dem Hof bereit, sodass alle Teilnehmer auch gleich begannen zu stöbern, ob etwas für sie dabei wäre. Selbst die Besucher, die eigentlich keinen Platz mehr im Garten hatten, konnten nicht von einer Hand voll Neueroberungen die Finger lassen. Gemeinsam ließen wir den Abend mit dem berühmten Walbecker Spargel ausklingen.
©2025 Sarah Gesella
Dahlienbasar
Samstag
Am nächsten Morgen ging es früh los. Schon um 7 Uhr trafen wir uns zur Abreise, da uns fast drei Stunden Fahrt ans andere Ende der Niederlande bevorstanden.
Beim Dahlienproduzenten
Zunächst besuchten wir die Firma Bruno Nebelung B. V., die unter der Marke Kiepenkerl Dahlien in den Verkehr bringt. Da wir uns zwischen den beiden Saisons – Dahlien im Winter und Frühlingsblüher im Sommer – befanden, standen die Maschinen still und wir konnten bei einer Werksführung den Prozess nachvollziehen, wie aus der Dahlienknolle vom Feld ein z. B. im Baumarkt erhältliches Produkt wird. Das Angebot, aus den übrigen Dahlienknollen zu einem unschlagbaren Preis auswählen zu dürfen, setzte die Teilnehmer der Fahrt regelrecht in Ekstase. So ging nahezu jeder mit einer Tasche voll neu erworbener Dahlienknollen zurück zum Bus.
©2025 Sarah Gesella
Dahlienlager bei Nebelung
Beim Dahlienvermehrer
Auf dem Weg zu unserer nächsten Station bewunderten wir aus dem Fenster die bunt blühenden Felder. Besonders die Hyazinthen ließen sich auch erschnuppern. Anschließend besuchten wir den Dahlienvermehrer M. J. de Groot, der als Zulieferer für den zuvor besichtigten Betrieb die Dahlienknollen liefert. Hier konnten wir live erleben, wie in einem Gewächshaus tausende Dahlienknollen angetrieben werden, um täglich von Hand Stecklinge zu pflücken. Die Stecklinge werden dann in Kisten voll feuchtem Sand gesteckt, um dann im Gewächshaus zu bewurzeln. Wenn die Stecklinge ausreichend bewurzelt sind, kommen sie gleich als Freilandpflanzung aufs Feld, wo sie im Herbst als verkaufsfertige Knolle geerntet werden. Der gut gelaunte Betriebsleiter verriet uns einige Tipps und Tricks, um selbst erfolgreich Dahlien zu vermehren.
©2025 Sarah Gesella
Angetriebene Dahlienknollen beim Dahlienvermehrer
©2025 Sarah Gesella
Dahlienstecklinge in Sandkisten
Am Keukenhof
Der Höhepunkt unserer Kurzreise sollte ein Besuch des Keukenhofs werden: Ein Frühblüherpark in Lisse, der nur von März bis Mai seine Tore öffnet und in dem niederländische Blumenzwiebelzüchter die üppigsten Geophyten-Arrangements präsentieren.
Als wir im Keukenhof eintrafen, erlebten wir geradezu einen Schock: vor lauter Menschen sah man den Keukenhof kaum. Da wir einen Tag am Wochenende mit bestem Wetter erwischt hatten, taten es uns natürlich tausende andere Besucher gleich und besuchten wie wir den Keukenhof. Kein Wunder, dass der Keukenhof an nur etwa 50 Tagen im Jahr Besucherzahlen von 1,5 Millionen erreicht! Schon auf den Parkplätzen standen hunderte Reisebusse und PKW. Im Park selbst gelang es kaum, ein einziges schönes Foto zu schießen, weil man statt Geophyten nur Besucher erwischte.
©2025 Sarah Gesella
Besucher und Geophyten in Hülle und Fülle
©2025 Sarah Gesella
Keukenhof
Neben den typischen Monoblock-Planzungen, die man von den Keukenhof-Postkarten kennt, sah man in diesem Jahr viele bunte Mischungen von Frühblühern, die anscheinend gerade den Trend angeben. Trotz, dass es erst Anfang April war, sahen wir neben einer Vielzahl von Narzissen, Kaiserkronen und anderen Geophyten auch schon viele Tulpen, die wohl aufgrund der warmen Witterung bereits ihre Blüten geöffnet hatten. Jedes Jahr werden im Keukenhof unglaubliche 7 Millionen Blumenzwiebeln neu gepflanzt. In den Waldbereichen an den Rändern des Parks ging es nicht nur weitaus menschenleerer, sondern auch natürlicher zu: Dort fügten sich Geophyten wie Bärlauch, Anemonen und auch wieder Narzissen zusammen mit Stauden wie Helleborus und auch frühblühenden Gehölzen. Eine besonders üppige Pracht bot die zurzeit laufende Rosenshow, bei der Rosenbouquets von höchster Qualität bewundert werden konnten.
©2025 Sarah Gesella
Tulpenausstellung im Keukenhof
©2025 Sarah Gesella
Rosenbouquet
©2025 Sarah Gesella
Natürlichere Arrangements am Keukenhof
Zwischenzeitlich fand sich auch eine freie Bank, auf der wir mit Blick auf die Blumenfelder unseren Mittagsimbiss genießen konnten. Die Eiskugel für 3,65 Euro verkniffen wir uns jedoch. Loben muss man jedoch die gute Organisation des Parks, trotz riesiger Schlangen ging es immer zügig voran. Etwa drei Stunden reichen für einen Besuch im Keukenhof aus. Trotz des hohen Besucherandrangs und der teils freizeitparkähnlichen Atmosphäre waren wir uns einig: den Keukenhof muss man einmal gesehen haben.
Fazit
Wir danken unserer Fachgruppenleiterin Bettina für die Organisation dieses gelungenen Wochenendes und ihre Gastfreundschaft. Auch den Mitorganisatoren und Helfern, vor allem Eike, Susanne und Stefan, sei herzlichst gedankt! Ganz besonderer Dank gilt auch der Firma Nebelung, auf deren Einladung wir den Keukenhof erkunden durften. Wir freuen uns schon auf unsere Herbstfahrt zur Dahlienblüte nach Leipzig.
Jahrestreffen Wels/Österreich - September 2024
Unser Jahrestreffen 2024 im österreichischem Wels und Umgebung - Text: Sarah Gesella
In der Zeit vom 4. – 8. September erfüllten wir uns den Wunsch, einmal Peter Haslhofers Dahlien persönlich zu erleben.
Die weite Anreise nach Österreich hielt 29 Staudenfreunde nicht davon ab, an der Jahrestagung der Fachgruppe Dahlien, Fuchsien und Kübelpflanzen 2024 in Wels teilzunehmen. Trotz vieler Kilometer mit dem Zug oder dem Auto fanden bei heißen 33°C die Mitglieder unserer Fachgruppe bereits am späten Nachmittag des Mittwochs zusammen, um den privaten Garten unseres langjährigen Mitglieds Hans Auinger zu besuchen. Neben der umfangreichen Sammlung an Dahliensorten und vielen weiteren Stauden beköstigte der Gartenbesitzer uns mit gleich vier verschiedenen selbstgebackenen Kuchen – einer leckerer als der andere! Vielen Dank dafür, Hans! Am Abend fanden wir im Restaurant des modernen Hotels zusammen und wurden mit österreichischen Spezialitäten verwöhnt.
©2024 Sarah Gesella
Leuchtende Dahlien im Garten Auinger
Am nächsten Morgen, dem Donnerstag, sollte uns unser Weg zunächst in die in der Gartenszene bekannte Gärtnerei Sarastro Stauden von Christian Kreß führen. Herr Kreß empfing uns persönlich und zeigte uns den Schaugarten und seine Gärtnerei. Üppige Staudenbeete mit vielen sich im Wind wogenden Gräsern zeigten uns die Kunst der modernen Staudenverwendung. In der Kombination von gezüchteten Prachtsorten und Wildarten liegt hier die Besonderheit. Stolz berichtete uns Herr Kreß, dass sie in der Gärtnerei einen hohen Anteil der Stauden noch selbst vermehren. Natürlich fand auch die ein oder andere Staude einen Käufer, denn nicht nur Herr Kreß, sondern auch unsere Teilnehmer bekannten sich als "ewig Suchende" nach neuen Stauden.
©2024 Sarah Gesella
Schaubeete bei Sarastro Stauden
Nach einem Mittagessen im Gasthof sahen wir uns den 'Garten der Geheimnisse' von Wolfgang Wimleitner an. Dieser eher im Stile eines Schnittblumengartens angelegte Garten zeichnete sich aus durch in Reihen angelegte Pflanzungen derselben Sorten. An einem Südhang gelegen, wird hier vor allem gegen Sonne, Trockenheit und Hitze gekämpft. Allerdings bietet dieser Garten auch einen schier unglaublichen Blick auf das alpine Panorama. Die 'geborgte Landschaft' lässt alle Schwierigkeiten beim Gärtnern sicher gleich vergessen. Gerade auch reichlich Dahlien fanden sich hier. Bei Kaffee und Kuchen konnten wir die Aussicht auf den Garten, in dem auch Hochzeiten stattfinden, und die im Hintergrund liegenden Berge genießen.
©2024 Hans Auinger
Garten der Geheimnisse von oben
Am Freitag starteten wir mit einem Besuch in der Gärtnerei 'Oberleitner Gartenkultur' in Pöchlarn. Selbst das wirklich umfangreiche Staudensortiment – auch mit nicht allzu häufig gesehenen Besonderheiten – konnte uns nicht davon abhalten, den großen Schaugarten zu erkunden. Gleich am Eingang zog eins der vielen Lotosbecken alle Blicke auf sich. Da überlegte man gleich, wo so eins im eigenen Garten noch Platz finden könnte.
Der Schaugarten gliedert sich auf in mehrere Bereiche, die um einen großen zentralen Pavillon angelegt sind. Es finden sich ein Rosengarten, ein Natur- und ein tropisch anmutender Garten, aber auch ein Trocken-Garten im "Garten der Vielfalt" genannten Schaugarten. Ziel ist, den Besuchern Inspiration für den eigenen Garten zu liefern. Auch die Mutterpflanzenquartiere können besichtigt werden. Viele unserer Teilnehmer bedauerten, dass sie mit dem Zug zur Tagung angereist waren, hätten wir doch viele der schönen Stauden mit nach Hause nehmen wollen.
©2024 Sarah Gesella
Gärtnerei Oberleitner - Garten der Vielfalt
Nach dem Mittagessen fuhren wir in den privaten Bonsai- & Keramikgarten der Familie Kralovec. Das Ehepaar empfing und begeisterte uns mit seiner Gartenleidenschaft zwischen ausuferndem Bonsai-Hobby und eigener Keramikwerkstatt. Den Garten prägend liegt ein großer Schwimmteich zentral zwischen Staudenbepflanzung und einer wellenförmig geschnittenen Hecke à la Jardin Plume. Die selbst getöpferte, detailverliebte Keramikkunst der Gartenbesitzerin (die auch erworben werden kann) ist überall im Garten zu entdecken.
©2024 Hans Auinger
Die Fachgruppe im Garten Kralovec
Zum Abschluss des Tages besuchten wir dann noch den öffentlichen Stiftsgarten Seitenstetten. Im Schatten des Klosters gelegen gliedert sich der Hofgarten in mehrere abwechslungsreiche Bereiche auf. Sowohl das klassisch barocke Wegekreuz mit Springbrunnen als zentralem Punkt ist zu finden wie auch Nutz-, Kräuter-, und Rosengarten sowie Staudenbeete. Überall verlockten reich behangene Obst-Spaliere, die ein oder andere zu Boden gefallene Birne zu stibitzen und probieren. Direkt angegliedert ist die Gärtnerei Bognerhof, die auf kleiner Fläche ein umfangreiches Stauden- und Gehölzsortiment bietet. Spätestens hier wurde die ein oder andere Pflanze trotz anstehender langer Rückreise im Zug in den Bus geschleppt.
©2024 Sarah Gesella
Stiftsgarten Seitenstetten
Der Samstag sollte uns dann zum Höhepunkt und Grund unserer Reise führen: Schon viele Jahre wollten wir als Fachgruppe Dahlien endlich einmal den Dahlienzüchter Peter Haslhofer und seine Dahlien besuchen! Zunächst verschafften wir uns einen Überblick in seiner Produktionsgärtnerei. Neben einem kleineren Dahlienfeld konnten wir Eindrücke in seinen Gewächshäusern gewinnen, wie in der Gärtnerei sowohl Dahlien als auch Balkon- und Beetblumen vermehrt werden.
©2024 Sarah Gesella
Peter Haslhofer fasziniert mit seinem Wissen und seinen Dahlien
Anschließend besichtigten wir Peters Schaugarten in Windischgarsten. Hier kamen wir voll auf unsere Kosten: Das auch der Schnittblumenproduktion verschriebene Dahlienfeld zeigte uns eine einzige Pracht. Sowohl neue Sämlinge, aus denen die besten Sorten für das nächste Jahr selektiert werden, als auch bewährte Sorten wachsen hier. Der Schwerpunkt der Zucht von Haslhofer liegt auf hohen Dahlien, die stabile und lange Stiele für den Schnittblumenschnitt liefern. Gerade im Trend liegende Creme- und Blushtöne finden sich genauso wie die farbstarken Klassiker.
©2024 Sarah Gesella
Reichlich Dahlien und Berge bei Peter Haslhofer
©2024 Hans Auinger
Peter Haslhofer - Dahlienfelder von oben
Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es weiter zum privaten Bauernhof von Peter und Resi. Ein riesiges Dahlienfeld mit Blick auf die österreichischen Berge ließ uns wie im Dahlienparadies fühlen. Peter Haslhofer führte uns souverän durch die Dahlienreihen und konnte uns jede einzelne Sorte benennen und vorstellen. Es wurde wild notiert und die Wunschlisten wurden länger und länger. Doch neben Dahlien konnte uns Familie Haslhofer weitere Höhepunkte zeigen: Idyllisch grasten die eigenen Schafe und Pferde auf der Weide unter reich behangenen Obstbäumen, während wir Staudenbeete, Balkonbepflanzung, Schwimmteich und Tomaten am meterhohen Spalier am Haus bewunderten. Man dachte wirklich ans Schlaraffenland. Bis zum Schluss fragten wir uns allerdings, ob Peters Tage wohl mehr als 24 Stunden haben. Danke, dass wir uns Euer Paradies anschauen durften, liebe Resi und lieber Peter. Ihr habt uns einen großen Wunsch erfüllt und es war einfach wunderbar bei Euch!
Zum krönenenden Abschluss unserer Tour besuchten wir den Garten von Cilli Weiermair. Der sehr gepflegte und kunterbunte private Hanggarten konnte ebenfalls mit einem großartigen Ausblick auf die Berge glänzen. Auf kleinen Pfaden ließen sich viele Stauden und Gehölze entdecken.
©2024 Sarah Gesella
Garten Cilli Weiermair mit Ausblick
Bei einem letzten gemeinsamen Abendessen schmiedeten wir bereits Pläne für das nächste Jahr – dann wollen wir die Gegend um Leipzig und die Bad Köstritzer Dahlien besuchen. In diesem Jahr möchten wir aber ganz besonders unserem Organisator vor Ort Hans Auinger danken. Er hat uns ein wunderbares Programm zusammengestellt, das nicht nur perfekt organisiert war, sondern uns auch begeistert hat. Vielen Dank, Hans!
Am nächsten Tag verstreute es uns dann wieder über ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz... aber nur bis zur nächsten Tagung! Vielleicht bist Du dann ja auch dabei?
©2024 Hans Auinger
Die Fachgruppe im Dahlienparadies
Jahrestreffen Mannheim - September 2023
Das Jahrestreffen der Fachgruppen Dahlien, Fuchsien und Kübelpflanzen 2023 in Mannheim
(Text und Fotos Sarah Gesella)
Nicht nur die BUGA23 lockte uns vom 14. – 17. September ins Rhein-Neckar-Gebiet.
40 Mitglieder der Fachgruppe Dahlien, Fuchsien und Kübelpflanzen trafen sich vom 14. – 17. September 2023 zum Jahrestreffen rund um Mannheim. Nach der Anreise begann das wohlgeplante Programm gleich am Donnerstagnachmittag mit einem Highlight: dem Hermannshof in Weinheim. Die ursprünglich mit Prof. Cassian Schmidt geplante Führung konnte aus bekannten Gründen bedauerlicherweise nicht stattfinden. Bettina Maier bot uns ersatzweise aber ebenfalls eine fachlich fundierte Führung in dem herrlichen Schaugarten, der seinesgleichen sucht. Wenn es um zeitgemäße Staudenverwendung geht, ist der Hermannshof die Top-Adresse. Doch auch einfach nur zum Genießen und Lustwandeln blieb Zeit. Die überbordenden Beete im herbstlichen Licht wurden Motive vieler Fotos. Erste Saatgut- und Staudenkäufe wanderten in den Bus. Den Abend verbrachten wir bei einem zweifelhaften Buffet im Hotel – sagen wir es diplomatisch: Die meisten Teilnehmer waren dankbar, dass für die nächsten Abende auswärtige Restaurants eingeplant waren.
©2023 Sarah Gesella
Herbstliche Pracht am Hermannshof in Weinheim
©2023 Sarah Gesella
©2023 Sarah Gesella
Im Hermannshof
Der nächste Tag führte uns zunächst in den Ebertpark in Ludwigshafen. Dieser riesige, 24 Hektar große und extrem abwechslungsreiche Stadtpark empfing uns mit einem herrschaftlichen Blick über die Springbrunnenanlage auf das Turmrestaurant, garniert mit den herrlichen Wechselflorbeeten aus Stauden und Sommerblumen. Gestalter dieser Pflanzflächen ist Harald Sauer, der uns auf eine Führung durch „seinen“ Park mitnahm. Herr Sauer wirkte auf mich mehr als Künstlerseele als Gärtner und schien zu jedem Gartenteil eine persönliche Bindung zu empfinden. An vielen Stellen des Parks konnte er herausstellen, wie die zeitgemäße Umgestaltung des Gartens gelang. So finden sich beispielsweise im Rosengarten nicht wie traditionell üblich nur die einzelnen Sorten, sondern eine ansprechende Pflanzung, in der die Königin der Blumen zwar die Hauptrolle spielt, aber von einem Gefolge aus Stauden umspielt wird. Außerdem beachtenswert sind die sogenannten „Unkrautbeete“, in denen Harald Sauer mit konkurrenzstarken Stauden zum Beispiel den Giersch einfach „überpflanzt“ hat und darüber hinaus die verschmähte Pflanze auch selbst in Teilbereichen optisch einbindet. Dieses Konzept lässt sich auch auf Problemflächen mit anderen hartnäckigen Unkräutern wie dem Acker-Schachtelhalm übertragen, wie mir Herr Sauer im persönlichen Gespräch auf dem Weg zwischen den Stationen verriet, in dem er mir als so kompetent wie nahbar erschien.
©2023 Sarah Gesella
Ebertpark in Ludwigshafen
©2023 Sarah Gesella
©2023 Sarah Gesella
Im Anschluss besuchten wir nach einem unkonventionellen Snack im Bus die Staudengärtnerei Kirschenlohr in Speyer, in der reger Betrieb in Vorbereitung auf die Pflanzenmärkte am Wochenende herrschte. Nichtsdestotrotz fanden unsere Mitglieder viele schöne Stauden, die sicherlich noch lange an unser Jahrestreffen erinnern werden. Als nächstes besuchten wir die Innenstadt von Speyer, in der uns freie Zeit blieb, um den Speyrer Dom zu bewundern und einen leckeren Eisbecher in der Fußgängerzone zu verspeisen — schließlich sieht man die meisten nur einmal im Jahr und es muss genügend Zeit für Gespräche bleiben. Das Abendessen konnten wir dann beim Griechen mit Panoramablick auf einen Arm des Altrheins genießen.
©2023 Sarah Gesella
Staudengärtnerei Kirschenlohr in Speyer
Der Samstag war dann der BUGA23 gewidmet. Fußläufig in wenigen Minuten vom Hotel gelegen, konnten wir den ganzen Tag auf den beiden weitläufigen Arealen — dem modernisierten Luisenpark und dem neu angelegten Spinelligelände — verbringen. Beide Areale sind für die BUGA mit einer Seilbahn verbunden gewesen, die die meisten Teilnehmer gleich am Morgen nutzten, um rechtzeitig zur Preisverleihung im Rahmen der gärtnerischen Wettbewerbe vor Ort zu sein. Bei einem Glas Sekt konnten wir miterleben, wie dem Gartenbaubetrieb Paul Panzer (Köstritzer Dahlien) die Große Goldmedaille der DBG „für ein vielfältiges Sortiment an farbenfrohen und reichblütigen Dahlien“ überreicht wurde. Auch die Enkelin der Panzers — die diesjährige Dahlienkönigin Elisabeth Panzer, konnte diesen besonderen Moment miterleben. An dieser Stelle noch einmal Herzlichen Glückwunsch! Dahlien gab es ebenfalls zu sehen. Nicht nur in den abwechslungsreichen und perfekt komponierten Wechselflorflächen, nein, vor allem bei der Dahlien-Hallenschau gab es floristische Meisterwerke aus Dahlien zu bestaunen. Von klassischen Dahliengestecken, die den Züchtern unter uns besonders gefielen, bis hin zu zeitgemäßen Installationen, zum Teil die Grenzen des guten Geschmacks überschreitend, gab es hier Dahlien in Hülle und Fülle. Die nächste Station für mich war das sogenannte Dahlieneck, eine Freilandpflanzung, nach Farben gestaffelt, ausgeschmückt mit Sommerblumen, so knallig und poppig, dass die Kameras der Besucher nur so knipsten. Den restlichen Tag verbrachten wir damit, über die BUGA zu schlendern, uns hier und da etwas anzuschauen oder in eine der zahlreichen Gastronomien einzukehren. Insgesamt viel zu viel für einen Tag, sodass wir am Nachmittag erschöpft in einen Liegestuhl im Luisenpark sanken, bevor es im Seerestaurant Abendessen für uns gab.
©2023 Sarah Gesella
Goldmedaille für Familie Panzer
©2023 Sarah Gesella
Dahlien-Hallenshow auf der BUGA23
©2023 Sarah Gesella
©2023 Sarah Gesella
Dahlien auf der BUGA23
Das war es auch schon wieder an Programm: Am nächsten Morgen wurde sich beim Frühstück herzlich verabschiedet und fürs nächste Jahrestreffen verabredet, bevor die Teilnehmer die Heimreise antraten. Es bleibt mir, erneut ein großes Dankeschön im Namen aller Teilnehmer an unsere Organisatoren Susanne und Stefan Lohmeier sowie unsere langjährige Leiterin Bettina Verbeek auszusprechen, die uns mal wieder ein wunderbares Programm zusammengestellt haben. Ich kann nur dazu ermuntern — auch Dahlienneulinge —, im nächsten Jahr an unserem Treffen in Österreich teilzunehmen.
Jahrestreffen Gronau/Westfalen - September 2022
Das Jahrestreffen der Fachgruppen Dahlien, Fuchsien und Kübelpflanzen vom 1.-4. September 2022 in Gronau
Text: Anne Mooz [1], Sonja Bächler [2] und Sarah Gesella [3]
Zum Jahrestreffen reisten etwa 30 Mitglieder der Fachgruppen ins schöne Gronau.
Unser Hotel befand sich direkt an den Grenzen Hollands, Niedersachens und Nordrhein-Westfalens im Dreiländereck. Nach einer Kennenlernrunde im Landgasthof Driland ging es am Donnerstag gleich auf zur ersten Exkursion in die Emsflower Erlebniswelt in Emsbüren, der größten Topfpflanzenproduktion Europas. Bei einer unterhaltsamen Führung erhielten wir Einblicke in die Produktion vor allem von Saisonpflanzen wie Chrysanthemen und Weihnachtssternen, die dann zum Beispiel im Regal des örtlichen Discounters landen. Selbststeuernde Pflanztische ohne menschlichen Fahrer waren genauso zu bestaunen wie Roboter, die vollautomatisch Stecklinge topfen. In riesigen Hallen unter Glas (insgesamt 87 ha) kann man hier den aktuellen Stand der Pflanzenproduktion kennenlernen. Die Mitglieder unserer Fachgruppen waren gleichermaßen fasziniert wie kritisch, da diese ökonomisch optimierte Erzeugung von Pflanzen doch sehr weit von unserem gärtnerischen Tun in unseren eigenen Gärten entfernt ist. So wurde schnell klar, dass mehr IT-Fachleute und Maschinisten als Gärtner im Betrieb arbeiten. Auch wenn das Unternehmen Emsflower sich zum Beispiel mit der Erzeugung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen und der Verwendung von Recycling-Kunststoffen für die Pflanztöpfe auseinandergesetzt hat, muss doch jeder selbst für sich in Frage stellen, ob er den Kauf von möglichst billiger Pflanzware, die am Ende der Saison achtlos weggeworfen wird, unterstützt.
Gemüse wie Tomaten und Schnittblumen werden hier ebenfalls hochmodern produziert. Im Schau-Gewächshaus konnten wir erleben, wie das aussieht. Selbst eine Musterwohnung der vielen hundert Saisonkräfte, die aus Osteuropa stammen, konnte besichtigt werden. Zum Abschluss begeisterte das Schmetterlingshaus und verlockte unsere Mitglieder zum Fotografieren der großen tropischen Falter und ihrer gefräßigen Raupen. Für den Tropengarten und das XXL-Gartencenter blieb keine Zeit, denn das fantastische 4-Gänge-Menü lockte zurück ins Hotel. Beim Essen wurden die Eindrücke des Tages geteilt und so befanden wir, dass der Besuch der Emsflower Erlebniswelt in jedem Fall einen Besuch wert ist (auch mit Kindern, die hier fantasievolle Spielplätze und Tiergehege vorfinden).
©2022 Sarah Gesella
Scheinbar endlose Reihen Tomaten an Schnüren. Eine Tomatenpflanze wird bis zu 15 Meter hoch. Die Tomaten werden auf "Pflückhöhe" heruntergekurbelt.
©2022 Sarah Gesella
Ein Bananenfalter im Schmetterlingshaus der Emsflower
Am Abend fand eine Mitgliederversammlung statt, bei der insbesondere über die Zukunft der Fachgruppe beraten wurde. Geehrt wurde außerdem Heinz Panzer für das 150-jährige Bestehen seiner Dahlienzucht in Bad Köstritz. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!
Nach einem leckeren Frühstück führte uns am nächsten Tag unser Weg in den Kreislehrgarten Steinfurt. Was für ein Kontrastprogramm zu gestern! In diesem biologisch geführten Garten mit Bullerbü-Romantik wird Obst noch von Hand gepflegt und geerntet und doch wirtschaftlich gearbeitet. Hunderte Obstsorten sind hier zu bestaunen. Mehrere Birnbäume bilden eine Allee, den sogenannten Geisenheimer Weg (in Anlehnung an das Geisenheimer Gartenbauzentrum). Nützliche Hinweise wie die Wahl der richtigen Veredelungsunterlage oder den Unterschied von Pflück- und Genussreife konnten wir mit nach Hause in unsere Hausgärten nehmen. Auch in diesem Garten hinterlässt das extreme Wetter Spuren, so wurden zum Beispiel Temperaturen von 46 Grad unter der Apfelschale gemessen; die Äpfel waren bereits am Baum gekocht.
©2022 Sarah Gesella
Im Kreislehrgarten Steinfurt
In der anderen Hälfte des Steinfurter Kreislehrgartens findet sich ein parkartiger Ziergarten. Staudenbeete und Teiche unter altem Baumbestand und eine ganze Allee von Fuchsien gab es hier bei einer überaus informativen Führung von Klaus Krohme zu bestaunen. Nur wenige Gärtner und ihre Lehrlinge halten diesen Garten in einem hervorragenden Pflegezustand. Der zugehörige Obstladen versorgte uns mit leckeren Trauben, Birnen und Äpfeln, bevor wir zu unserer nächsten Station aufbrachen. [3]
©2022 Sarah Gesella
Der Ziergarten im Kreislehrgarten Steinfurt
Meine Vorfreude auf unseren Besuch bei Stauden Stade in Borken-Marbeck war groß, hatte ich doch schon mehrfach im Online-Shop www.stauden-stade.de Stauden bestellt. Sehr innovativ finde ich die vorkonfigurierten Pflanzkonzepte auf der Webseite, anhand derer die Staudenauswahl einfach gelingt. So waren es bei mir „Präriesommer“ und „Indianersommer“. Die Beete sind jetzt im dritten Jahr und werden immer prächtiger. Einen hochwertigen Katalog mit allen Varietäten gab es bei der letzten Bestellung dazu, also habe ich mich mit einer kleinen Einkaufsliste (u. a. Erigeron karvinskianus „Blütenmeer“ sollte es sein) vorbereitet. Gegründet 1950 und heute noch im Familienbesitz der Familie Stade, werden auf über 2 ha Stauden produziert. Es gibt 3.000 verschiedene Arten und Sorten. Den Onlineshop gibt es schon seit 2002 und so konnten Wolfgang Stade und sein Team seit vielen Jahren Erfahrung in Abwicklung und Betreiben eines Online-Pflanzenhandels gewinnen. Bei den Verpackungsmaterialien wird auf Nachhaltigkeit viel Wert gelegt: Bis auf eine dünne Folie, die das Durchweichen des Kartons verhindern soll, sind alle Materialien recycle- bzw. kompostierbar. Von der Logistik bis zum Versanddienstleister – wir konnten uns ein Bild davon machen, welchen Weg die Pflanzen aus den Quartieren bis hin zum letzten Ort einer vierstufigen Qualitätskontrolle im Verpack-Schuppen nehmen, sodass auch die bestellten Pflanzen beim Kunden ankommen. Dazu trägt auch bei, dass die Pflanzen bei Stade entsprechend ihrer Lebensräume platziert ohne eigene Etiketten in den Töpfen sind. Kunden finden so sehr gezielt ihre Pflanzen – am Ende wenig Verwirrspiel für die Gärtnerinnen und Gärtner mit herumirrenden Töpfen.
©2022 Sarah Gesella
Bei Stauden Stade wurden in diesem Sommer 700.000 Stauden neu getopft. Hier sind die Topfquartiere zu sehen.
Ein guter Kunde ist gut vorbereitet. Gleichzeitig helfen die freundlichen Gärtnerinnen und Gärtner an jeder Ecke weiter. Der Tipp sei gegeben: Am besten kehrt man zuerst beim Empfang/Kassenhäuschen ein, bespricht dort das gewünschte Sortiment – dann erhält man gleich das passende ausgedruckte Etikett für seine Pflanzen, auf dem man wiederum ablesen kann, wo man sein Töpfchen findet. Und wer es „ungeplant“ mag, der schlendert, ausgestattet mit einem Stapel Blanko-Etiketten und Bleistift, die es am Empfang gibt, durch das weitläufige Gelände und findet seine Lieblinge anhand von Blüte, Wuchsform oder Fruchtaspekten – oder lässt sich einfach inspirieren vom großen Sortiment an beispielsweise Salbei, Geranium, Heuchera und Gräsern. Schließlich wird es den wenigsten schon so gegangen sein, dass sie eine Gärtnerei ohne eine Pflanze unterm Arm verlassen haben. Und so war es auch bei uns – am Ausgang stapelten sich Papiertüten mit erjagten Schätzen, denn das große Sortiment hatte für fast alle etwas im Angebot. Und der aktuelle Katalog hilft bei den Planungen fürs nächste Jahr. Wir kommen wieder – online oder in Präsenz! [1]
©2022 Sarah Gesella
Ein Schaubeet bei Stauden Stade
Als wunderbaren Abschluss vom Freitag besuchten wir den Garten von Susanne und Stefan Lohmeier. Als wir ankamen, waren schon einige Gäste da. Eine ganz besondere Freude war, dass unser ehemaliger Schatzmeister Alfred Janning und seine Frau Hedwig auch gekommen waren. So wurden wir als erstes mit Kaffee und vielen verschiedenen Kuchen verpflegt. So gestärkt konnten wir uns in aller Ruhe dem wunderbaren Dahliengarten widmen. Die Beete sind vom Mittelpunkt her strahlenförmig angeordnet. Zwischen den Dahlien findet man Passiflora, Brugmansien und viele verschiedene einjährige Pflanzen. Trotz des unglaublich heißen und trockenen Sommers sieht alles wunderbar aus im Garten. Der Aufwand für ein solch trockenes Jahr ist unvorstellbar: 40.000 Liter Wasser herzufahren und auszubringen. Unglaublich! Im Garten stehen auch diverse Obstbäume und es finden sich wundervolle kleine Ecken zum Verweilen mit diversen Stillleben. Das Highlight aber war der Pizzaofen. Der wurde von Stefan eingeheizt und wir durften einen wunderbaren gemeinsamen Abend mit diversen feinen Pizzen und Flammkuchen, gezaubert von Susanne, verbringen. Nochmals ein herzliches Dankeschön an Susanne und Stefan für ihre Gastfreundschaft und den wunderbaren Garten, in dem wir so herzlich bewirtet wurden. [2]
©2022 Sonja Bächler
Kaffee und Kuchen im Garten der Lohmeiers
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Die Dahlien der Familie Lohmeier
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Die Dahlien der Familie Lohmeier
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Impressionen aus dem Garten der Lohmeiers
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Impressionen aus dem Garten der Lohmeiers
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Der Pizzaofen der Familie Lohmeier
©2022 Sarah Gesella
Eine köstliche Pizza
Nach dem Frühstück brachen wir am Morgen des Samstags Richtung Holland auf. Im Bus richtete sich nach zweistündiger Fahrt plötzlich alle Aufmerksamkeit auf die modernen Glashochhäuser – Wir passierten Amsterdam.
Kurz darauf kamen wir beim Betrieb De Weijer in den Genuss von 719 Sorten Dahlien – zur Kontrolle und Qualitätssicherung auf einem Feld aufgepflanzt. Die Zeit reichte kaum, um alle Sorten in Augenschein zu nehmen, vermittelte uns aber einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Dahlie und was uns an diesem Tag noch erwarten würde.
©2022 Sarah Gesella
Dahlien auf dem Prüffeld De Weijer
Als nächstes führte uns unser Weg zum Landgoed Keukenhof, ganz in der Nähe zum großen Eventpark am Schloss Keukenhof, der im Frühjahr mit tausenden von Tulpen eine Schar von Besuchern anlockt. Beim Landgoed befindet sich ein weitläufiger Park mit Gutshaus und wunderschön präsentierten Dahlien. So fanden sich Dahlien in formalen Beeten entlang der Mauern des Hofes sowie in geschwungenen Beeten in der Parkanlage zwischen Rasenflächen und Gehölzen. Besonders fiel mir in diesem Park der mutige, aber gelungene Kontrast zwischen Neu und Alt ins Auge. So befindet sich zwischen den alten Gebäuden auch ein Kunstmuseum, dessen 1. Stock auf dem Erdgeschoss aus Glas zu schweben scheint. Auch in diesem riesigen Park hätte man durchaus viel mehr Zeit verbringen können.
©2022 Sarah Gesella
Die Dahlienbeete am Landgoed Keukenhof
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Das LAM-Kunstmuseum
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Dahlien am Landgoed Keukenhof
Uns erwartete aber schon ein herrlich unkonventionelles Picknick, das unsere lieben Gastgeber Susanne und Stefan Lohmeier vorbereitet hatten. Eine Stärkung tat uns gut vor dem nächsten Highlight auf unserem Programm.
Nach ein paar Minuten Fahrt ging plötzlich ein 'Oooh!' durch den gesamten Bus. Der CNB-Schaugarten war ins Blickfeld geraten – was für eine Pracht! CNB fungiert als Vermittler zwischen Dahlienzüchtern und -käufern. Im Schaugarten sind mehr als 650 Sorten Dahlien ordentlich in Reihen mit etwa einem Quadratmeter pro Sorte aufgepflanzt. Dank der Beschriftung kann man sich hier wunderbar Inspiration holen, welche Dahlien für das nächste Frühjahr auf der eigenen Bestellliste landen sollen. Daneben gibt es ein ebenso großes Pflückfeld mit bunt gemischt aufgepflanzten Dahlien. Liebevolle Dekorationen wie bunte Fahrräder und mit Kürbissen bewachsene Lauben machen den Ort zum perfekten Fotospot. Auch die Influencer auf Instagram wissen das schon. Das Café wurde mit Liebe zum Detail im modernen Vintagestil eingerichtet. Es ist erstaunlich, was sich aus alten Tulpenzwiebelkisten doch alles bauen lässt! Im Café lässt sich nach einem Streifzug durch die Sorten auf dem Feld herrlich bei leckerem Kuchen der Ausblick auf die Dahlien genießen. Ein kleiner Antiquitätenladen rundet das Angebot ab – viele unserer Mitglieder fanden hier eine Kleinigkeit für Zuhause. [3]
©2022 Sarah Gesella
Kürbislaube am CNB Dahlien-Schaugarten
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Café am CNB Dahlien-Schaugarten
©2022 Sarah Gesella
Dahlien im CNB Dahlien-Schaugarten
Als letzte Station unseres Abstechers nach Holland am Samstag durften wir noch die Dahliengärtnerei Geerlings anschauen. Cor Geerlings, der Vater von Jan Geerlings, begann nach dem zweiten Weltkrieg mit der Dahliengärtnerei. Er züchtete viele bekannte Sorten: ‘Ivanetti‘, ‘Jomanda‘, ‘Cornel‘, ‘Creme Beauty‘, um nur einige zu nennen. 2012 verstarb Cor Geerlings. Seither führen Jan und Elly den Betrieb. Wir wurden von ihnen herzlich willkommen geheißen. Wir durften nach Herzenslust durch die Dahlienbeete gehen und uns von den unglaublich kräftigen Dahlien beeindrucken lassen. Nach diesem Ausflug habe ich jetzt schon eine ganz lange Wunschliste, was ich alles bei ihnen bestellen möchte. Ab dem 1. Dezember ist ihr Online-Shop offen: www.geerlings-dahlia.nl. Als Stärkung nach den vielen Eindrücken und vor der langen Heimfahrt wurden uns von der Familie Geerlings Kaffee und verschiedene Süßigkeiten offeriert. Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft. [2]
©2022 Sonja Bächler
Dahlienzüchter Geerlings
©2022 Sonja Bächler
Dahlienzüchter Geerlings
©2022 Sonja Bächler
Dahlien bei Geerlings
Nach der 2,5-stündigen Busfahrt fanden wir uns am Abend noch ein letztes Mal für ein Abendessen zusammen. Hier konnte noch einmal ausführlich geklönt und die Eindrücke der Reise ausgetauscht werden. Das Feedback war durchweg positiv und so möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei den Organisatoren des Jahrestreffens – Susanne und Stefan Lohmeier – sowie der Fachgruppenleiterin Bettina Verbeek bedanken. Ihr habt uns herrliche Tage bereitet! Danke.
Am nächsten Morgen fuhren die meisten von uns nach dem gemeinsamen Frühstück in alle Himmelsrichtungen gen Heimat – voll mit Inspiration und Ideen, wo man vielleicht noch die ein oder andere Dahlie im heimischen Garten unterbringen könnte. Jeder von uns wurde noch mit einer Dahlie aus dem Garten der Lohmeiers beschenkt – eine langanhaltende Erinnerung an diese schönen Tage.
Deshalb: Scheuen Sie sich nicht und schließen Sie sich uns beim nächsten Mal an, wenn Ihnen das Programm gefällt. Neue Gesichter werden herzlich begrüßt! [3]
Jahrestreffen Erfurt - September 2021
Gartenreise Frankreich - September 2020
Gartenreise Frankreich - Genießen wie Gott in Frankreich
Ein Feuerwerk der Farben an der Loire
Text: Wolfgang Ritschel
„Märchenhafte Burgen und romantische Schlösser prägen die Jahrhunderte alte Kulturlandschaft an den Ufern der Loire. Die weltweit einzigartige Dichte an Schlössern im Tal eines noch weitgehend natürlich mäandernden Flusses bewog die UNESCO, das Pays de la Loire im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe zu erklären. In den von Menschen und Wasser geformten Natur- und Kulturlandschaften, dem ,,Garten Frankreichs", frönt man der französischen Lebensart und der Gartenleidenschaft.
Ein Blütenfeuerwerk der Dahlien, die zur Zeit in unseren Gärten eine wahre Renaissance erfahren, erleben wir im Parc FIoral de Paris, tauchen ein in die Geschichte und Pflanzenpracht der französischen Küchengärten im Chateau de Villandry oder Chateau de la Bourdaisière und besuchen das lnternationale Gartenfestival am Chateau de Chaumon-sur-Loire ....
Wir „erfahren“ die reiche Kulturlandschaft im wahrsten Sinne des Wortes. Dahliensammlung im Parc Floral de Paris, Jardin médiéval de Bois Richeux, die Kathedrale Notre-Dame Chartres, die historische Stadt Tours, die Domaine de Chaumont, Chateau de Chenonceau, Chateau de Villandry, Chateau de la Bourdaisiére, den Potager am Chateau de Beauregard und auf der Rückfahrt die Wassergärten von Schloss Annevoie in Belgien.“
(So die Reisebeschreibung des Veranstalters aha!-Reisen, reiselustigen Dahlienfreunden wohl bekannt!)
Sechs etwas anstrengende Reisetage im Luxusbus vom 12. bis 17. September – und das bei schönstem Spätsommerwetter - angefüllt mit unvergesslichen Eindrücken und Überraschungen, bereicherten unsere bisher erfahrenen Reise-Erlebnisse. Wir, das sind Anne-Cathrin und Wolfgang Ritschel vom Dahlien-Zentrum Bad Köstritz. Wir möchten unseren Lesern der Rundbriefe, Gartenfreunden und Dahlienliebhabern aus DDFGG-Zeiten, einige Highlights vorstellen. Allerdings ist es nicht möglich, alle erlebten 10 Schlösser und Domänen sowie deren 12 Park- und Gartenanlagen detailliert zu beschreiben. Daher werden wir uns an den Tagesthemen orientieren und diese kurz kommentieren - es soll einfach nur ein „Anfüttern“ zum Selbsterleben sein.
Die Reise war perfekt komponiert und organisiert, die sehr sachkundige Reiseführerin Anja Birne, Dipl. GB-Ing., begleitete uns 25 meist älteren Teilnehmer in die Welt traumhafter Schlösser an der wasserarmen Loire. So erfuhren wir viel Wissenswertes aus der Zeit höfischen Prunks, bitterböser Intrigen aber auch phantastischer Lust- und Hofgärten sowie genialer Landschaftsgestaltungen mit den Handschriften verschiedener Epochen.
Der erste Tag war für mich bereits der Höhepunkt: Renaissance der Dahlien – ein Blütenfeuerwerk!
Der Besuch im Parc Floral de Paris war die erste große Überraschung. Etwa 200 Sorten Dahlien, wohl geordnet und in voller Pracht wurden uns vom Chefgärtner dieser Kollektion und Züchter Christian Kneblewski vorgestellt, übrigens eine Zufallsbegegnung - Christian sprach kein Wort Deutsch und der Ritschel kein Französisch, aber wir hatten über eine Stunde spannende Unterhaltung! Irgendwie geht es immer. Begeistert hatten mich die internationale Auswahl, der Besucher-Wettbewerb und die prachtvolle Kollektion von über 20 Spezies, gut beschildert und beispielgebend informativ. Neben zahlreichen französischen Züchtungen waren viele auch aus Bad Köstritz präsent, so die noch nicht einmal getaufte Dahlie `Panzers Jubiläum´, die erst am 28.09. zur Feierlichkeit „150 Jahre Firma Paul Panzer“ ihren Namen erhält. Auch unser Freund Peter Haslhofer hatte eine gute Auswahl geliefert, wie auch alle anderen weltweit bekannten Dahlien-Zuchtbetriebe.
©2020
Parc Floral de Paris
Vom Zauber mittelalterlicher Gärten – so das Motto des nächsten Tages!
An einem der ältesten Landhäuser Frankreichs - mit Wurzeln bis in die Zeit der Kelten, erlebten wir einen thematischen Küchengarten mit spirituellem Charme. Alte Pflanzensorten, Aroma-Kräuter und Heilpflanzen, dekorativ in natürlicher Ästhetik geordnet, zeugten von längst vergangener Gartenarchitektur, von einem wahren Enthusiasten liebevoll wieder zum Leben erweckt.
In Harmonie daran schloss sich das nächste Ziel an: Auf dem Weg zu unserem Stammquartier in Tours, dem Zentrum des Mittellaufs der Loire, erwartete uns die Kathedrale Notre Dame in Chartres. Allein dieses „Urbild“ der Hochgotik wäre einen ganzen Bericht wert. Man muss diesen einmaligen Sakralbau persönlich erlebt und nicht nur gesehen haben – er ist einfach unbeschreiblich!
Der ganze nächste Tag war dem Internationalen Gartenfestival auf der Domaine de Chaumont gewidmet. Neben dem sehenswerten Schloss mit einen umfangreichen Hofanlage, ist dieses Areal berühmt für seine experimentellen Installationen von namhaften internationalen Künstlern der Moderne.
Hauptereignis ist jedoch die Vielfalt von 21 international gestaltete Mustergärten in der weitläufigen Parkanlage zum Thema „Der Garten der Zukunft“. Berührende, nachdenklich stimmende und auch provozierende Garten-Kleinods präsentieren sich dem streitbaren Publikum. Ein kleiner „Wermuts-Tropfen“ war der einzige Regenguss auf der Reise, aber die Natur und die Gärtner haben es ihm gedankt.
Vom „Damenschloss“ mit Blumenbouquets zum Küchengarten - so hieß die nächste Station.
Am Cher, einem Nebenfluss der Loire, empfing uns des Chateau de Chenonceau, eben jenes Damenschloss. Es war die Zeit von Katharina de Medici und ihrer Kontrahentin Diana de Poitiers, zwei bedeutende Persönlichkeiten des französischen Hochadels. Neben den vom Reise-Chef Peter Gartz spannend erzählten Anekdoten und Intrigen überraschten uns die traumhaften Blumen-Arrangements der einzelnen Gemächer des Wasserschlosses: Meisterlich abgestimmt auf das Interieur der Appartements, die Möbel, Tapeten Gobelins – und natürlich auf die eigentliche Zweckbestimmung der Räume. Die Blumen stammen dabei zum größten Teil aus dem eigenen Schnittblumengarten, dem Atelier Floral, von echten Meisterinnen der Floristik gesteckt. Natürlich gab es am Schloss auch die üblichen Parterre-Gärten, jeweils einen der Medici und einen der Poitiers.
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Damenschloß mit Medici-Parterre
Und damit es uns nicht zu langweilig werden sollte, schloss sich am Nachmittag noch der Besuch des Chateaus de Villandry an: Perfekt angeordnete Potagers (Küchengärten) im Stil der Spätrenaissance und des Frühbarocks, symmetrisch geordnet und mit Gemüse, Küchenkräutern und Blumen bestückt, alles umrahmt von Rabatten und Laubengängen, von Wasserläufen und dekorativem Mauerwerk. Zweck war neben dem Lustwandeln vor allem die Versorgung der herrschaftlichen Küche mit allem Notwendigen: Gemüse, Obst, Kräuter, Früchte, Heilpflanzen und schmückendes Ziergewächs.
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Chateau de Villandry
Fast schon der Ausklang, doch dieser mit geballtem Inhalt! Verrückt nach Farben und Aromen!
Dieser Tag war dem „Prince jardinier“ aus Schloss Bourdaisière gewidmet. Der „Gärtnerprinz“ Louis A. de Broglie, der seine gesamte Gartenanlage dem philosophischen Gedanken des „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry gewidmet hat, ist berühmt für seine Nationale Sammlung von Tomaten. Über 600 Sorten und Arten hat er kunstvoll dekoriert aufgepflanzt - unvorstellbar, man muss es einfach selbst gesehen haben.
Mein größtes Erlebnis waren aber nicht die Tomaten, sondern die Dahlien! Über 400 Sorten aus aller Welt waren übersichtlich in geometrischen Sektoren aufgepflanzt. Überrascht haben mich auch bei uns verschollene Sorten, wie z.B. das rotlaubige, duplexe `Rotkäppchen´ von 1917. Beeindruckend war zudem die nationale Präsenz französischer Züchtungen, allen voran etwa 100 Sorten aus der Dahlien-Schmiede „Ernest Turc“. Es ist die umfangreichste Sammlung von Turc-Dahlien überhaupt, wie mir Chefgärtner Alain bei unserem spannenden Gespräch mitteilte – und auch diese Begegnung war rein zufällig, aber ungemein herzlich und informativ. Die anfängliche Enttäuschung, weil die Station „Turc in Angers“ aus dem Programm gefallen war, verflog damit ganz schnell.
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Gärtnerprinz
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Chateau Bourdaisiere
Den Tag beendete der „Besuch bei einer alten Dame“, Lady Judith (eine gebürtige Engländerin) stellte mit viel Leidenschaft ihren Potager am Schlosspark von Beauregard vor. Alte Apfel- und Birnenkordons säumten einen Küchengarten mit allerlei Gemüse und vielen Zierpflanzen, darunter auch sehr schöne Dahlien. Danach ging es wieder zurück nach Paris in das gutklassische Hotel „Mercure“. Wären wir beiden alten Leute nicht so gestresst gewesen, hätten wir auch noch Paris bei Nacht „unsicher machen können“.
Die Rückreise über Belgien wurde noch einmal unterbrochen durch eine Stippvisite im Reich der Springbrunnen, Grotten und Wasserfälle. In den Wassergärten von Schloss Annevoie erlebten wir die perfekte Harmonie unterschiedlichster Landschaftsgestaltung – so die mediterrane Mentalität, verspielten französischen Lebensstile des Barocks und die klare Strenge englischer Landschaftsparks – und das auf dem engen Territorium einer relativ überschaubaren Schlossanlage. Im Mittelpunkt stand das Wasser in seiner vielfältigsten Erscheinungsform: als Quelle, Wasserfall, Springbrunnen, Kanal und Bachlauf sowie mit einem malerischen Teich. Ein wahrlich schönes Abschlussbild einer wunderbaren Reise, empfohlen im Rundbrief der Sparte „Dahlien“ bei den Staudenfreunden.
Fazit: Dankeschön! Es hat sich allemal gelohnt, eine solche Reise ist weiter zu empfehlen und wir beide werden auf diese Art neuen Reisezielen entgegensehen, vielleicht dann gemeinsam mit mehr Freunden aus vergangenen Tagen.
Jahrestreffen Straelen/Niederrhein - August 2020
Dahlien: The show must go on! - Jahrestreffen 2020 der Fachgruppe Dahlien
Text: Berend Meyer
Wer gedacht hätte, mit dem Ende der DDFGG, der 1897 gegründeten Deutschen Dahlien- und Fuchsiengesellschaft, sei auch das Ende der Dahlien-Aktivitäten gekommen, wurde jetzt angenehm enttäuscht. Nicht nur, dass die Dahlien-Enthusiasten in der GdS als eigene Fachgruppe eine neue Heimat gefunden haben; auch etliche Dahlien-Unternehmungen sind weiterhin möglich.
So konnte jetzt ein Dahlien-Treff in Straelen/Niederrhein organisiert werden. Rund 25 Teilnehmer fanden sich am Donnerstag, den 27.08.2020, im „Straelener Hof“ ein, dem „Landhotel mit Chic und Flair“. Die Tagung war von der früheren Geschäftsführerin der DDFGG, der aktiven Bettina Verbeek aus Geldern-Walbeck, organisiert worden. Sie hatte auch unser Quartier in Straelen ausgesucht – eine sehr gute Entscheidung. Der „Straelener Hof“ ist für derartige Tagungen sehr zu empfehlen. Alle waren zufrieden.
Am Nachmittag ging es dann auch zügig zum ersten Programmpunkt, zum „Tuin Verheggen“ in Horsterdijk (NL), einem in jahrelanger liebevoller und kenntnisreicher Arbeit angelegten großen Garten mit einer Fülle gekonnter Pflanzenkombinationen. Für uns Dahliengärtner war es eine wahre Augenweide. Hier war eine Vielzahl an Dahlien mit Stauden und Gehölzen zusammen aufgepflanzt worden, wobei wir viele bewährte Sorten, auch aus Deutschland, entdecken konnten. Für unseren Dahlienzüchter Heinz Panzer aus Bad Köstritz tauchte so auch in einem Gartenteil seine Supersorte ‚Erna Panzer‘ auf, eine besonders attraktive, mittelgroße Dekorative, reichblühend und mit einem besonders ansprechenden Farbton.
©2020 Bettina Verbeek
Weiße Dahlien mit weißblühenden Stauden im Garten Verheggen
Man merkte der Gartenanlage sofort an, dass hier ein Fachmann ganze Arbeit geleistet hatte. Kombinationen mit Dahlien erfordern eine genaue Kenntnis des Wachstums und der Farbwirkung der ‚Dahlia variabilis‘, da diese sich nicht so durchsetzen kann wie andere, oft aggressive Stauden und immer einen gewissen Spielraum benötigt. Dies alles war hier hervorragend gelungen. Mit vielen Komplimenten an das Ehepaar Verheggen konnten wir uns wieder nach Straelen in unser Landhotel verabschieden und ein gelungenes Abend-Menü genießen.
©2020 Bettina Verbeek
Rabatte im Garten Verheggen
Fast schon ein Kontrastprogramm war dann am nächsten Tag der Besuch der Landesgartenschau Kamp-Lintfort (LaGa) auf einem großen stillgelegten ehemaligen Zechengelände. Eine lange Reihe von Werks- und Bürogebäuden, ein Zechenturm und die frühere Arbeitersiedlung rahmen die Anlage ein. So erzählte uns dann ein Gästeführer, der uns 1 ½ Stunden lang über das Gelände führte, eigentlich auch mehr über die ehemalige Zeche und die weiteren Planungen als über die wenigen vorhanden gärtnerischen Anlagen. Und von Letzterem war herzlich wenig zu sehen. Wo waren die Rosenbeete, Hortensien, Stauden und Gehölze – von Dahlien und Fuchsien gar nicht erst zu reden? Stattdessen sah man überwiegend für sicherlich wieder viel Geld geplante Beetanlagen mit Wechselflor, die dann aber doch nur Langeweile verbreiteten und kaum beachtet wurden. Die sog. „Themengärten“ konnten dieses Manko letztlich auch nicht ausgleichen.
©2020 Bettina Verbeek
Die gutgelaunten Teilnehmer des Jahrestreffens vor dem alten Förderturm in Kamp-Lintfort
Die Anlage wurde in unserer Runde dann auch eifrig diskutiert, was nicht heißen soll, dass sich der Besuch der LaGa nicht gelohnt hätte. Man muss nur wissen, was einen erwartet. Die Landes- und Bundesgartenschauen sind nur noch zum Teil „gärtnerische Leistungsschauen“. Heute haben die Planer die großen Schauen in festem und geldeinbringendem Griff – und nicht mehr die traditionellen Gärtner. Eine positive Ausnahme könnte allerdings im diesem Jahr die Bundesgartenschau in Erfurt werden. Der ega-Park ist eine alte, traditionsbewusste Anlage mit einem bewährten Gärtnerteam.
Eine Ergänzung und interessanter Teil der Landesgartenschau war dann noch der Besuch des Klosters Kamp. Hier war ein echter formaler Barock-Garten zu bewundern, der viele Besucher anlockte. Er ist das formale Gegenteil zum sog. Englischen Landschaftsgarten, der nach bestimmten Regeln freie Natur nachahmen will. Im Barockgarten, hier am Fuß des ehemaligen Klosters mit Klosterkirche gelegen, herrschte Ordnung und Präzision. Der Garten ist symmetrisch nach genauen Grundsätzen angelegt und soll gerade nicht eine natürliche Umgebung, sondern die ordnende Hand des Gärtners wiedergeben, der Herr über die Natur ist.
Ein gewisser Ausgleich war dann der anschließende Besuch des Privatgartens von Bärbel Schröder in Kerken. Sie und ihr verstorbener Mann, beides Gartenarchitekten, haben ihr etwas in die Länge gezogenes Grundstück in einen ganz besonderen Garten verwandelt, mit ausgesuchten, z.T. seltenen Gehölzen und Stauden. Viele Bodendecker füllten den Platz unter den Bäumen und Sträuchern und eine abwechslungsreiche Unterteilung des Grundstücks in mehrere Gartenräume luden zu einer Besichtigung der Anlage ein. Man merkte sofort, dass hier Fachleute am Werk waren.
©2020 Bettina Verbeek
Ein Pflanzenarrangement im Garten von Bärbel Schröder
Am Samstag stand dann der Besuch der großen Gartenanlage Appeltern/NL, „De Tuinen van Appeltern“, an. Diese seit etwa 30 Jahren bestehende Anlage wird ständig erweitert und ergänzt und ist wirklich sehenswert. Ein besonderer Aspekt sind dabei zahllose kleinere Beispielgärten, die ganz unterschiedliche Gartentypen wiedergeben. Sie sollen Anregungen für den eigenen Garten zuhause sein und Mut zur Gärtnerei machen. Man kann hier so richtig in viele Wunschgärten eintauchen und sich verführen lassen. Aber auch großflächige Anlagen mit unterschiedlichem Bewuchs waren vorhanden. Ein Besuch ist jedem unbedingt zu empfehlen.
Unsere „letzte Station“ war der Besuch der Gärtnerei „De Boschhoeve“ in Wolfheze/NL, einer Anlage, die ganz gezielt und erfolgreich auf Besucher eingestellt ist. Besonders sehenswert war für uns eine Vielzahl von Dahlien, die z.T. in einem Gemüsegarten aufgepflanzt waren, eine seltene, aber sehr gelungene Kombination. Allgemeines Schmunzeln erregte dabei eine alte Sorte, die tatsächlich „Corona“ heißt.
Zusätzlich bot die Gärtnerei eine sehr große Auswahl an Stauden und sonstigen Pflanzen an, die sehr viele zu größeren und kleineren Einkäufen verführte. Auch eine Herbst-Anemone ging mit, um unserer Reiseleiterin Bettina, zusammen mit zwei Flaschen Wein, den Dank der Teilnehmer für eine gelungene und bestens organisierte Fahrt auszusprechen.
Leider war damit der offizielle Teil der Tagung beendet. Alle freuen sich auf weitere Veranstaltungen. Als Nächstes soll in diesem Jahr ein Treffen auf der schon erwähnten Bundesgartenschau in Erfurt stattfinden.
Nicht zu vergessen war noch eine echte Dahlien-Taufe am Freitag nach dem Abendessen. Ein besonders hübscher Sämling von unserem verstorbenen Züchter Wilfried Bergerhoff aus Wiehl wurde auf den Namen „Wiehler Zauber“ getauft. Es ist eine mittelgroße Dekorative mit einer besonders intensiven Farbwirkung. Ehepaar Lohmeyer aus Gronau hatte den Sämling aus ihrem Garten mitgebracht. Er soll die Erinnerung an Wilfried Bergerhoff wachhalten, den Dahlien-Vater vieler hervorragender Sorten.