Aktivitäten

Päonienreise Mai 2026

Päonienreise nach Belgien und die Niederlande vom 14. bis 17. Mai 2026

Es protokollierten:
- Michael Kübert: Graefswinning, Päoniengärtnerei
- Eva Lederer und Isa Rosset: Privatgarten von Isa und Cor v.d. Korput
- Brigitte Fiebig: Botanischer Garten Utrecht
- Brigitte Fiebig: Peony Showgarden, R2 Flowers, Futrue Peony breeding company
- Kay Galka: Blumenpark Appeltern, Mustergärten
- Christa Willinger-Flesch: De Tuinen in Demen

Produktionsbetrieb: Päoniengärtnerei Graefswinning in Nieuwerkerken, Belgien 
Mit einem freundlichen Lächeln begrüßte uns Jeaninne Lemmens, die Inhaberin der Päoniengärtnerei.
Graefswinning ist eine traditionsreiche Hofanlage, welche seit 1745 amtlich kartiert ist. Das historische Gehöft wurde früher landwirtschaftlich für Viehzucht und Obstanbau genutzt. Seit der Übernahme im Jahre 2010 wurde die 8 ha umfassende Anlage zu einer modernen Pfingstrosengärtnerei weiterentwickelt. Dabei verbindet der Betrieb traditionelles Gärtnerwissen mit zeitgemäßer Pflanzenproduktion. Dennoch war es nicht einfach, den Betrieb auf den Stand zu bringen, auf dem er sich heute befindet, aber man hat eine beachtliche "Lernkurve" erreicht. Wichtig dabei war auch der Kontakt zur American Peony Society, der es ermöglichte, zahlreiche Sorten von amerikanischen Züchtern zu erwerben - als Grundlage für den Aufbau des eigenen Geschäftes.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Qualität, Geduld und eine sorgfältige Kulturführung. Das Unternehmen folgt dem Grundsatz, Pfingstrosen langsam wachsen zu lassen, damit auf dem Boden aus Sand, Lehm und Ton kräftige und gesunde Pflanzen entstehen. Diese Philosophie prägt die gesamte Produktion. So wird beispielsweise vor dem Pflanzen von Jungpflanzen auf der Kulturfläche mehrfach Gründünger ausgesät und in den Boden eingearbeitet, was seine Struktur verbessert. Der Boden muss dann in der 3-jährigen Wachstumsphase der Pflanzen kaum noch gedüngt und gewässert werden.

Graefswinning bietet ein umfangreiches Sortiment an Lactifloras, Intersektionellen und Hybriden, welches ca. 300 Sorten und Arten umfasst. Darunter sind zahlreiche klassische und moderne Pfingstrosensorten mit unterschiedlichen Blütenformen, Farben und Blühzeiten. Anfangs hatte man auch Baumpäonien im Programm, diesen Teil des Geschäftes jedoch im Laufe der Zeit wieder aufgegeben. Nach Eingang der Online-Bestellungen ab dem Frühjahr beginnt der Versand mit wurzelnackten Pfingstrosen im Herbst zur optimalen Pflanzzeit. Die Päonien werden zur Ernte sorgfältig ausgegraben, die Wurzeln von Hand gereinigt und die geteilten Pflanzen für den Transport vorbereitet. Ein kleinerer Ausschnitt des Sortimentes kann derzeit noch als Topfware direkt ab Hof erworben werden. Jedoch soll dies zukünftig auch entfallen und Graefswinning wird sich ausschließlich auf den Versand wurzelnackter Pfingstrosen im Herbst konzentrieren.

Ein wichtiger Teil des Geschäftes ist jedoch der Handel mit Schnittblumen, der im Frühjahr Einnahmen sichert. Die frischen Schnittpfingstrosen werden vom Feld erntet, wenn sich die Knospe wie ein Marshmallow anfühlt: etwas weich und nachgiebig und schon Farbe zeigend, so halten sie sich am längsten. Sie werden an Floristen, Restaurants, Veranstalter sowie private Blumenliebhaber geliefert. Die Schnittblumen werden dabei mit einer Länge von 55 cm geschnitten und es kommen hierfür nur gerade wachsende Sorten in Frage, von denen Graefswinning ca. 14 im Programm hat. Der Aufwand für die Produktion von Schnittpflanzen sei nicht unerheblich, der Gärtner müsse sich rund 12 mal mit der Pflanze beschäftigen, bevor sie in den Verkauf gelangt, erläutert uns Jeaninne Lemmens.

Während unseres Besuches konnten wir uns schon an zahlreichen blühenden Pfingstrosen erfreuen. So haben wir die interessante rote P. 'Eliza Lundy' bestaunt, ebenso wie die zierliche weiße P. 'Petite Porcelain'. Vielen hat es auch die strahlend gelbe P. 'Going Bananas' angetan. Nun war Mitte Mai nicht der richtige Zeitpunkt für wurzelnackte Pflanzen und so haben wir uns dann bei den eingetopften Pfingstrosen umgeschaut und die ersten Container sind in den PKW verstaut worden.

Graefswinning

©2026 Brigitte Fiebig

Graefswinning

©2026 Brigitte Fiebig
Die Itoh-Hybride 'Going Bananas' ist eine niedrig wachsende Sorte die im Herbst wunderschön dunkelbraunes Laub trägt.

Lemmens

©2026 Michael Kübert (mit freundlicher Erlaubnis von Jeaninne Lemmens)
Jeaninne Lemmens inmitten ihrer Päonien

Privatgarten: Pioenentuin von Cor und Isa Korput
Der Garten von Cor und Isa liegt am Ortsrand von Ossendrecht und bildet zusammen mit dem Wohnhaus ein geschlossenes Ensemble.

Empfangen werden wir im Vorgarten von kugeligen Buchsbäumen, rechteckige ersetzen den Gartenzaun. Topiary in Form von Hühnern und Eichhörnchen heißen uns willkommen. Hohe Säulen beeindrucken. Der perfekt getrimmte Rasen mit exakten Kanten lässt die akkurate Pflege erkennen. Mit Hecken aus Buchen- und Hainbuchen sowie Buchs und Ahorn gestaltet er um das Haus nahezu abgeschlossene Gartenräume. Schließlich öffnen sich diese zu einem leicht abfallenden, großen Raum mit Terrasse. Von dort blickt man auf offene, landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Eine Hängebirke beschattet eine stattliche Sammlung von Hosta, ergänzt durch eine hölzerne Pergola um einen rundgeschnittenen Ahorn. Begrenzt zur offenen Landschaft wird der Garten durch eine Efeuhecke. Sie bildet den perfekten Hintergrund für die "gelbe Abteilung" mit intersektionellen Päonien ('Bartzella', 'Garden Treasure', 'Shining Light'), Rosen und anderen gelben Arten.

Die Terrasse wird gesäumt von weißen Iris, weißen und rosafarbenen Päonien, rosa Geranium und Gräsern.
In zwanglosen Gesprächen werden Erfahrungen ausgetauscht. Cor verrät uns das Rezept seiner Knoblauchbrühe zur Abwehr von Schnecken: 2 Knollen Knoblauch zerteilen, ungeschält grob schneiden und in 1 Liter Wasser 10 Minuten kochen. Abseihen. 25 ml dieser Brühe mit 1l Wasser mischen und auf die gefährdeten Pflanzen sprühen.

Korput

©2026 Brigitte Fiebig 
Der knorrige Stamm einer alten Hängebirke (Betula pendula) im Dialog mit akkuraten, scheinbar schwebenden Bux-Kugeln.

Korput

©2026 Brigitte Fiebig 
Gelbe Akelei (Aquilegia chrysantha), Trollblume (Trollius europaeus), und eine Wolfsmilch umspielen 'Bartzella', eine intersektionelle Päonien-Hybride.

Botanischer Garten: Utrecht
Die Geschichte des Universitätsgartens geht zurück bis in das 17. Jahrhundert. Die aktuellen Veränderungen und Entwicklungen spiegeln wider, dass die Universität den Wert des Gartens nicht nur als "Central Park" des Campus, sondern auch den Wert der Pflanzensammlungen für Forschung und Lehre anerkennt.

Utrecht

©2026 Brigitte Fiebig 
Paeonia anomala var. intermedia mit Decaisnea insignis und einem gelbhalmigen Bambus.

Im Mai 2025 wurde ein neuer Evolutionsgarten eröffnet. Ein Umbau war aus demselben Grund notwendig, wie die Überarbeitung Systematischer Anlagen in vielen Botanischen Gärten: Mit dem durch die molekulare Forschung neuen Verständnis der evolutionären Stammesgeschichte der Pflanzen (Phylogenie) werden seit 1998 Gattungen, Familien und Ordnungen neu sortiert. Der Utrechter Evolutionsgarten ist jedoch einzigartig in seinem Umfang und der Darstellung. Von den ersten Algen bis zu den blühenden Pflanzen können Besucherinnen und Besucher auf geschlungenen Wegen durch mehr als 900 Millionen Jahre Pflanzenevolution spazieren. Ansprechende Infotafeln erläutern die Entwicklung und an entscheidenden Punkten unterstreicht ein Kunstwerk das evolutionäre Geschehen.

Utrecht

©2026 Brigitte Fiebig

Die Koevolution von Blütenpflanzen, Insekten und Wirbeltieren kann über dieses Kunstwerk auch ohne Infotafel erfasst werden. Die imposanten Klettergerüste behaupten sich spielend gegen die Campus-Architektur. Die jungen Kletterpflanzen brauchen noch ihre Zeit.

Utrecht

©2026 Brigitte Fiebig

Diese "Felsformation" soll künftig ein eigenes Mikroklima schaffen und zahlreichen Moosen, Bärlappen und Farnen als Lebensraum dienen und gleichzeitig die evolutionäre Bedeutung der meist kleinen Sporenpflanzen angemessen spektakulär zum Ausdruck bringen. Dazu muss die Oberfläche des Tufas noch etwas verwittern und die frisch gepflanzten Bäume mehr Schatten werfen.

Die "Felsen" wurden aus Hypertufa gefertigt, einer Mischung aus recyceltem Beton, Torf und Zement. Sie wurden maschinell als bahnenförmige Stränge unterschiedlicher Stärke jeweils 100 Meter lang geformt und nach einigen Wochen in Einzelteile zerbrochen. Sie sind an mehreren Stellen markant in den Evolutionsgarten eingebaut.

Utrecht

©2026 Brigitte Fiebig

Die Steinkugeln aus gebrochenen Betonplatten im ansonsten neu gestalteten Eingangsbereich wurden von der Autorin schon vor 26 Jahren bewundert. Die Form und das recycelte Material wirken noch immer innovativ.

Derzeit werden die tropischen Schauhäuser neu gebaut und sollen 2028 eröffnet werden.

Unternehmen: Peony Showgarden, R2 Flowers, Future Peony Breeding Company in Lemelerveld
Der Betreiber der beiden Firmen R2 Flowers und Future Peony Breeding Richard Jong, stellt sich uns als Broker vor.

Richards Vater war Pflanzenbauer, er selbst begann als Florist, gab diese brotlose Kunst auf und machte sich zunächst als Tulpenmakler selbständig, bevor er auf die Päonien kam. Er sammelte alle in den Niederlanden angebauten Stauden- und intersektionelle Sorten, etwa achthundert, und pflanzte auf einem landwirtschaftlichen Anwesen einen Sichtungsgarten.

Das wirtschaftlich bedeutendste Segment des globalen Paeoniengeschäftes ist der Schnittblumenhandel. Gute Geschäfte lassen sich auch mit den Wurzelstöcken machen, die in großer Menge und einheitlicher Qualität an die Schnittblumenproduzenten verkauft werden können. Danach kommt die Produktion von Gartenpflanzen, die teilweise von den Produzenten auch selbst vermarktet werden. (Wie bei uns üblich.)
Richard Jong vermittelt Päonien von Massenanbauern mit Feldern bis zu 100 ha an Exporteure, die den weltweiten Absatzmarkt bedienen. Holländische Schnittblumenproduzenten bauen in ganz Europa an, um von warmen bis kalten Regionen den globalen Markt über einen langen Zeitraum bedienen zu können. Obwohl die Päonie zur Blütenbildung eine Vernalisation benötigt, gibt es Sorten, die auch nach milden Wintern wie in Italien und Südfrankreich gut Blüten ansetzen. Von dort sind die Blütenstängel in 20 Stunden in Holland, gehen an die über ihn vermittelten Großhändler und sind transportiert in Kühlcontainern nach 3 Wochen in den Blumengeschäften in aller Welt. Ein großer Abnehmer ist China, "wir leben von China" sagt unser Gastgeber.   
Der trotz allem sehr bodenständige Broker zieht seine Klompen an und nimmt uns mit in seine Sortenzüchtung staudiger Hybriden.

Zu unserer Überraschung nimmt er keine gezielten Kreuzungen vor, sondern lässt in einem Päonienbestand in einem halboffenen Folienhaus Bienen, Hummeln und der Natur ihren Lauf. Die Samen werden in einem Gewächshaus angezogen, das 3. bis 5. Lebensjahr verbringen sie im Freien im Schaugarten, dann werden sie geteilt und kommen wieder in das Folienhaus. Im 8. Jahr gibt es 5 Pflanzen von jeder neuen Sorte. Eine Sorte wird mit allen Rechten verkauft, der Käufer kann sie benennen und vermarkten.

Pflanzenschutz wird nicht vorgenommen. Die Pflanzen im Folienhaus und auf dem Acker sind gemulcht und gedüngt mit einer Mischung aus geschreddertem Eichenlaub, Biolit, Celtic Seasalt und werden mikrobiell geimpft mit Rindermist aus dem Johnson-Su Bioreaktor. Der Züchter macht sich so bewusst unabhängig von der chemischen Industrie.

R2Flowers

©2026 Brigitte Fiebig

R2Flowers

©2026 Brigitte Fiebig 
Schon in jungen Jahren werden neue Kreuzungen aussortiert und verworfen. Nach der ersten Blüte sind noch 10% übrig, die als neue Sorte weiterkultiviert und verkauft werden.

R2Flowers

©2026 Brigitte Fiebig 
Im Johnson-Su Bioreaktor reift über viele Monate Pferdemist. Das Ergebnis riecht kräftig und angenehm nach Waldboden.

R2Flowers

©2026 Brigitte Fiebig 
Auf dem gemulchten Feld stehen die achthundert in den Niederlanden in Kultur befindlichen Staudensorten und die Päonien-Neuzüchtungen.

Inspirierende Gartensammlung: Bloemenpark Appeltern

Im Bloemenpark Appeltern werden nicht Pflanzen, sondern Gärten gesammelt und dargestellt. 
Das Eingangsgebäude lädt zu einer Pause im Café ein. Wir bewundern einen üppigen Strauß nur aus Paeonia Hybride Salmon Saucer. Auch die Tischdeko aus verschiedenen Päonienblüten schien wie für uns gemacht. Mit dieser Deko präsentierte sich die Gärtnerei Warmerdam.

Der Park ist in 200 Mustergärten aufgeteilt, die unterschiedlichen Themen gewidmet sind. Von naturnahen Gärten, über Staudengärten und auch viele besondere Gehölze sind zu sehen.

Ein riesiges Gelände: bestimmt war für jeden von uns etwas Inspirierendes dabei. Auffällig sind auch die unterschiedlichen Hecken und Spaliere, die alle bestens geschnitten waren.

Appeltern

©2026 Brigitte Fiebig 
Zwei alte Rhododendron-Gruppen, links eine nahezu monolithisch wirkende geschlossene Gruppe und rechts hoch aufgeastet mit skurrilen Durchblicken.

Appeltern

©2026 Brigitte Fiebig 
Ein geheimnisvolles Refugium gebaut aus natürlichen Materialien in alter Lehmtechnik und aus recycelten Betonplatten.

Privatgarten: De Tuinen in Demen von Martje van den Bosch und Fridtjof Bremer

Gelegen zwischen Nijmegen und Den Bosch erwarteten uns Friedhof Bremer und seine Frau Maartje van den Bosch in ihren Gärten. Tatsächlich handelt es sich um eine Ansammlung von 20 verschiedenen Ziergärten, zusätzlich weitere Bereiche wie Gemüsegarten mit Hühnergehege, Bauernhaus, Gewächshaus, geräumige Teestube mit Verkaufsbereich, Terrasse, großzügiger Eingangsbereich und umfangreiche Parkplätze auf einem gesamten Areal von 150.000 qm.

Das Gartengelände ist zur Besichtigung gegen Eintritt geöffnet, es werden im Jahreslauf verschiedene Aktivitäten angeboten.

Uns empfing neben einem freundlichen Eigentümer ein überwältigendes Staudenbeet im Eingangsbereich mit Schwertlilien in pompöser Blüte, Pfingstrosen, verschiedenste Stauden in Blüte oder mit prachtvollem Laub, alles vorbildlich gepflegt und geschmackvoll angeordnet.

Die zahlreichen Gartenbereiche sind mit scheinbar unendlich langen Hecken begrenzt. Man musste sich konzentrieren um sich nicht zu verlaufen in diesem Labyrinth aus perfekt gepflegten Hecken mit ständig wechselnden Sichtachsen. Im Wesentlichen sind die Gärten nach Farben geordnet, darüber hinaus gibt es einen runden Garten in weißen Tönen, einen Rosengarten, Gärten mit Statuen und einen künstlichen Hügel mit Staudenpracht und einen Teich.

Demen

©2026 Brigitte Fiebig 
Eine Statue umrahmt mit getrimmter Rotbuche und Paeonia Itho-Hybriden.

Die langen Hecken und Laubengänge blieben mir nachdrücklich in Erinnerung, zumal mir der stolze Eigentümer erklärte sie selbst zu pflegen. Für die perfekten Rasenflächen und die Staudenbeete werden zusätzlich 2 Mitarbeiter beschäftigt. Der Garten wird biologisch bewirtschaftet mit den Produkten einer Firma, die als niederländischer Pionier auf dem Gebiet der organischen Düngemittel, nachhaltiger Bodenverbesserung und des biologischen Pflanzenschutzes genannt wurde. Die Produkte können vor Ort gekauft werden.

Demen

©2026 Brigitte Fiebig 
Ein runder Gemüsegarten mit Beerensträuchern, Erdbeeren, Artischocken, Spargel und allen bekannten Kräutern und Bauerngemüsesorten.

Was bleibt von diesem Besuch? Neben den bereits erwähnten schier nicht endenden Hecken sehe ich rückblickend viele kleine Plätze mit Sitzgelegenheiten, Arrangements mit fast künstlerischem Flair, unterschiedlichste Gartenräume zum Träumen. Um die Besonderheit dieser Gärten einzuordnen, muss man den Blick auf die Hausherrin lenken, Martje van den Bosch: Sie hat Philosophie studiert und auch unterrichtet, bevor sie sich für dieses Gartenprojekt entschied. Dort stellt sie ihre Erfahrungen im Garten in einen philosophischen Kontext, sie schreibt Bücher und hält Vorträge, u.a. über die Bedeutung der Farben im Garten. Ihr neuestes Buch heißt übersetzt etwa „Gärten des Wunderns“.

Fachgruppentreffen 2025

Die Fachgruppe besuchte vom 24.- 27.04.25 Gärten in der Region Lyon u.a. mit Pivoines Riviére und dem Bot. Garten in Lyon. 

Piviones Rivière

Impressionen Pivoines Rivière

Jean Luc Rivière bei der Einführung

P.suff. Haku ban ryiu

staudige Paeonie

P. suff. Shimane Chojuraku

P. rookii Lydia Foote

P. Peregrina-Hybr. 'Coral Charm'

Verlockendes Angebot

nach dem Einkauf

Nicht alles ging in die Ladefläche

Fachgruppentreffen 2024

Das Jahrestreffen der Fachgruppe Päonien fand vom 3. bis 5. Mai 2024 im Raum Bodensee statt. 

Fachgruppentreffen 2023

Einladung zum Jahrestreffen der GdS Fachgruppe Päonien vom 26. bis 27. Mai 2023

Übernachtung bitte selbst buchen im Hotel Jäger, Bahnhofstraße 79, 64653 Lorsch, +49 (0) 6251 5 22 44, info [at] hotel-jaeger-lorsch.de

Anmeldung bis zum 20. April bei brigitte.fiebig [at] uni-tuebingen.de

Das voraussichtliche Programm sieht wie folgt aus:

Wir treffen uns am Freitagvormittag in Mannheim zu einer Führung im Luisenpark, der eine Attraktion der BUGA Mannheim sein wird. Anschließend fahren wir nach Weinheim, um den Sichtungsgarten Hermannshof zu besuchen. Weiter geht es an der Bergstraße bis nach Südhessen in das Städtchen Lorsch. Hier erwartet uns eine Führung durch den Päoniengarten an der evangelischen Kirche.
Wir übernachten in Lorsch im Hotel Jäger und essen im Wirtshaus Weißes Kreuz.

Am Samstag besuchen wir Andreas Hilleberg in Oberwalluf. Herr Hilleberg sammelt die von Goos & Koenemann gezüchteten Päonien. Es konnte sie bis auf zwei zusammentragen und wird uns auch über das Züchterhaus und die Gärtnerei berichten, die Anfang des 20. Jahrhunderts sehr renommiert war. Anschließen fahren wir in den Taunus, wo uns Ralf Appelt seinen Farngarten zeigt. Unser Programm führt uns schließlich in den Garten unseres Mitglieds Bettina Matthäus. Durch die Höhenlage blühen bei ihr jetzt noch Päonien, die in manch anderen Lagen bereits verblüht sind.

 

Fachgruppentreffen 2022

Päonientagung in Grevenbroich, Düsseldorf, Duisburg, Hilden, Hattingen und Witten

Besucht werden vier Privatgärten und die Gärtnereien Tetzlaff, Diamant, Hortus

Das genaue Programm erhalten Sie bei: brigitte.fiebig [at] uni-tuebingen.de (brigitte[dot]fiebig[at]uni-tuebingen[dot]de)

 

Fachgruppentreffen 2021

In der Hoffnung, das im vergangenen Jahr ausgefallene Programm durchführen zu können, sind Sie eingeladen, sich zur Jahrestagung 2021 anzumelden.

Ziele sind die Baumschule Hachmann in Barmstedt, das Arboretum Ellerhoop und der Loki-Schmidt-Garten Hamburg.

Im Parkhotel Uetersen sind für die Teilnehmer*innen Zimmer reserviert.

Die Anmeldung zum Jahrestreffen finden Sie als Download auf der Startseite der Fachgruppe.

 

Fachgruppentreffen 2020

Das Jahrestreffen findet vom 22. bis 24. Mai 2020 statt.

Ziele sind die Baumschule Hachmann in Barmstedt, das Arboretum Ellerhoop und der Loki-Schmidt-Garten Hamburg.

Im Parkhotel Uetersen sind für die Teilnehmer*innen Zimmer reserviert.

Die Anmeldung zum Jahrestreffen finden Sie als Download auf der Startseite der Fachgruppe.

 

Fachgruppentreffen 2019

Am 2. November trafen sich 24 Päonienfreund*innen zu einem Seminar zum Thema Wildpaeonien. Dazu trugen die Teilnehmer*innen mit eigenen Bildern von Naturstandorten und deren Charakterisierung bei. Andere berichteten über ihre Kulturerfahrungen mit Wildarten.
Die dargestellten Arten wurden geografisch und systematisch eingeordnet.
Am 3. November hielten Irmtraut und Gottlob Rieck einen Vortrag, der auch öffentlich war: „Strauchpäonien – ein Kulturschatz Chinas in unseren Gärten“.
Er war gut besucht und fand großen Anklang.

 

Fachgruppentreffen 2018

Vom Fr. 25. bis So. 27. Mai 2018 trifft sich die Fachgruppe Paeonien dieses Mal im Süden. Wir übernachten in Umkirch und erkunden Paeonien in den Merian Gärten in Brüglingen bei Basel bis nach Sulzburg-Laufen in der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin. Dazwischen werden wir noch ein oder zwei Privatgärten besichtigen. Genaues Programm folgt.

 

Fachgruppentreffen 2017

Ende Mai 2017 traf sich die Fachgruppe in Sachsen-Anhalt im Raum Köthen. Auf dem Programm stand ein Besuch der dortigen Päoniengärtnereien Gießler und Schulze. Unter der fachkundigen Führung der jeweiligen Inhaber durften wir hektarweise Pfingstrosenblüten genießen. Kurzfristig empfingen uns auch 2 private Gartenbesitzer in ihren grünen Oasen, dafür möchten wir uns nochmals herzlich bedanken.

 

Fachgruppentreffen 2016

Die Fachgruppe Päonien traf sich vom 27.-29. Mai 2016 im Raum Regensburg. Dort betreibt unser Fachgruppen-Mitglied Horst Bäuerlein seine Gärtnerei "Bäuerleins Grüne Stube" in Bad Abbach. Das Besichtigungsprogramm hatte Horst Bäuerlein für uns zusammengestellt, dafür herzlichen Dank!.

Die Tagung begann am frühen Freitag Nachmittag in Kelheim. Dort besuchten wir einen Privatgarten mit Päonien, Stauden- und Gehölzraritäten. In der Umgebung lockten Kelheim mit der Befreiungshalle und das nahe Kloster Weltenburg am Durchbruch der Donau. Am Samstag besichtigten wir einen Sammlergarten in Regensburg und sahen uns in der historischen Altstadt um, bevor wir zum botanischen Garten Regensburg aufbrachen. Am Sonntag sahen wir uns in der Gärtnerei "Bäuerleins Grüne Stube" näher um, gestärkt durch einen Imbiss im Gewächshaus. Wie immer konnten wir nicht widerstehen und versorgten uns auch reichlich aus dem Pflanzenangebot. Nachmittags erhielten wir eine Führung durch den Nepal-Himalaya-Garten in Wiesent. Hier endete die offizielle Tagung.

 

Fachgruppentreffen 2015

Das Treffen der Fachgruppe fand im Raum Hamburg und Pinneberg statt. Hier lockte natürlich vor allem das Arboretum Ellerhoop mit seiner umfangreichen Päoniensammlung.

 

Fachkundig und unterhaltsam geführt von Prof. Warda erkundeten wir in Regen und eisigem Wind die weitläufige Anlage des Arboretums in Ellerhoop-Thiensen. Das Arboretum besitzt einen beeindruckende Sammlung an strauchigen und staudigen Päonien, diese bildete jedoch nur einen kleinen Teil der vielen sehenswerten Pflanzungen und Einbauten, viele mit geschichtlichem oder kulturellem Hintergrund.

Danach stand der 8.500 qm große "Garten der Horizonte" auf dem Programm. Er gehört zu einer Staudengärtnerei. Sein Blüten-Höhepunkt liegt zwar im Sommer, erste Blüten waren im Mai trotz der Witterung schon zu sehen.

Die Gärtnerei "Allerlei Seltenes" der Familie Peters mit ihren besonderen Pflanzengattungen wurde im Staudengarten Oktober 2014 vorgestellt. Wir erhielten eine informative Führung durch Frau Peters und hatten anschließend Zeit zum Stöbern und Einkaufen.

Der nächste Tag bebann im Botanischen Garten Hamburg, genauer im Freigelände Klein-Flottbek. Auf 23 ha finden sich dort Pflanzengeografie, Pflanzensystematik und der Bereich „Mensch und Pflanze“. Im Loki-Schmidt-Haus befindet sich ein Nutzpflanzen-Museum. Wir wurden vom technischen Leiter, Herr Köpcke, durch den schönen Park geführt. Nicht so schön waren die Regen- und Hagelschauer, die uns ebenfalls begleiteten.

Zum Glück gab es danach eine längere Busfahrt, so dass wir alle trocken an unserem nächsten Ziel ankamen. Der ca. 1.500 qm große Garten der Familie von Appen war am 17. Mai zur Rhododendron-Vollblüte für die Öffentlichkeit zugänglich. Dennoch wurden wir von unseren GdS-Kollegen als besondere Gäste empfangen und mit einem Mittagsimbiss bewirtet.

Den Schlusspunkt bildete der Garten des Ehepaar Renneberg. Er wurde im letzten „Staudengarten“ beschrieben. Auf ca. 1.200 qm finden sich besondere Stauden in schöner Eintracht mit Ahornbäumen und Gemüse. Hier traute sich dann sogar die Sonne hervor, auf ein Bad im großen Schwimmteich hatte dennoch niemand Lust, eher auf den heißen Kaffee, der uns hier angeboten wurde.

Fachgruppentreffen 2014

Paeonia daurica ssp. daurica im ÖBG Bayreuth

Paeonia daurica ssp. daurica im ÖBG Bayreuth
Foto © 2013 Mona Rieger

Die Fachgruppe traf sich vom 31. Mai bis 1. Juni 2014 im Raum Bayreuth/Hof. Besichtigt wurden die dortigen botanischen Gärten sowie drei sehr unterschiedliche Privatgärten.

Lauschiger Sitzplatz im Garten Bachmann

Lauschiger Sitzplatz im Garten Bachmann
Foto © 2014 Mona Rieger

Garten Bachmann

Am Samstag Vormittag fuhren wir nach Weidenberg östlich von Bayreuth. Dort bearbeitet der passionierte Gärtner Robert Bachmann seit 1997 ca. 3.000 qm und verbindet hier pflanzliche Raritäten mit Antiquitäten und Skulpturen zu einem harmonischen Ganzen. Etwa 200 Sorten Staudenpfingstrosen, dazu Magnolien, Rhododendren und viele weitere Arten finden sich hier. Der Pflanzenreichtum, die Gestaltung und der Pflegezustand des großen Gartens sind beeindruckend. Zudem hat Herr Bachmann im Garten zahlreiche Baulichkeiten geschaffen. So residieren die vielen Kübelpflanzen im Winter in einem eigens für sie gebauten Haus im fränkischen Stil. Daran schließt sich das Aufzuchtquartier an, umgeben von einer imposanten Pergola mit gemauerten Säulen aus flachen Lesesteinen.

Der seltene Trauer-Rosenkäfer im ÖBG Bayreuth

Der seltene Trauer-Rosenkäfer im ÖBG Bayreuth
Foto © 2014 Mona Rieger

Ökologisch Botanischer Garten Bayreuth

Den Nachmittag verbrachten wir unter der fachkundigen Führung von Dr. Gregor Aas im Ökologisch-botanischen Garten der Universität Bayreuth. Auf 20 Hektar Freifläche und ca. 6.000 Quadratmetern unter Glas zeigt der Garten insgesamt rund 12.000 Pflanzenarten. 1400 Kübelpflanzen wurden gerade erst aus dem Winterquartier geholt, darunter stattliche Exemplare von teils sehr besonderen Pflanzen, wie der Banksia serrata aus Australien. Das weitläufige Freigelände ist nach dem geografischen Lebensraumprinzip gestaltet. Während im Hochsommer sicherlich die nachgebildete amerikanische Prärie die größte Blütenfülle bietet, so beeindruckt im Frühjahr der Bereich der Steppen die Besucher. Für uns als Fachgruppe sind hier natürlich die tief kirschroten Blüten von Paeonia peregrina und der netzblättrigen Paeonia tenuifolia von besonderem Interesse. In den angrenzenden Gartenteilen finden sich weitere Wildarten wie die gelbe Kaukasus-Pfingstrose, die chinesische Pfingstrose und verschiedene rosablühende Arten aus dem Mittelmeerraum. Von der Naturnähe der Anlage pofitiert eine reiche Tierwelt: 185 Wildbienenarten wurden im Park nachgewiesen, zudem der vom Aussterben bedrohte Trauer-Rosenkäfer. In den auf dem Gelände verteilten, mächtigen Totholzstämmen vermehrt sich auch der nördlich der Alpen seltene Nashornkäfer.

In unserem Landgasthof in Weidenberg konnten wir nach dem Abendessen einen interessanten Vortrag von Walter Erhardt zum Thema „Nach Teneriffa der Pflanzen wegen“ genießen. Der aus der Zeitschrift „Gartenpraxis“ bekannte Botaniker verband in seinen zahlreichen Fotos gekonnt die touristische mit der floristischen Seite der Kanareninsel. Zudem hatte uns Herr Erhardt einen besonderen Gast mitgebracht: Dr. h.c. Fritz Köhlein, Ehrenmitglied der Gesellschaft der Staudenfreunde, der vielen gut bekannt sein dürfte, war zu unserer Freude mit nach Weidenberg gekommen.

Im Garten von Familie Dick

Privatgärten in Berg-Tiefengrün

Der am Sonntag zuerst aufgesuchte Garten von Familie Dick entsteht seit 1987 am Rande des kleinen Ortes nahe von Hof. An der Stelle, die heute das Wohnhaus einnimmt, befand sich früher eine Scheune. Diese wurde im hinteren Teil des Grundstücks wieder aufgebaut. An die Scheune schließt sich zunächst eine Heuwiese an, dann folgt ein großer Nutzgartenbereich zur Versorgrung der Familie. Richtung Haus trennt ein Staudenbeet diesen Gartenbereich von einer Rasenfläche am Haus ab, ein von Buchskugeln flankiertes Tor erlaubt den Durchgang. Zum südlichen Nachbarn beschirmt eine hölzerne Pergola einen Sitzplatz unter einer gefülltblühenden Clematis, umgeben von verschiedenen Stauden. Insgesamt wirkt der Garten trotz klassischer Elemente wie Buchs und englischer Rosen sehr individuell. Die Pflanzen sind wie zufällig angeordnet, daraus ergeben sich überraschende und neue Bilder.

Paeonia 'Crusader' im Garten Bunzmann

Paeonia 'Crusader' im Garten Bunzmann
Foto © 2014 Mona Rieger

Von hier konnten wir zu Fuß weitergehen zum Garten von Doris Bunzmann. In diesem 1200 Quadratmeter großen Garten betreibt die Besitzerin das sogenannte Blackbox Gardening, das heißt, viele Pflanzen dürfen sich versamen und die Gärtnerin greift nur gelegentlich ordnend ein. Das Grundgerüst dieser dynamischen Bepflanzung bilden große Moschata-Strauchrosen und Canadian Explorer-Rosen, die besonders frosthart sind. Wie wichtig das im Hofer Klima ist wurde klar als wir hörten, dass es noch in den Tagen zuvor Nachtfröste gegeben hatte. Da verwunderte es uns nicht, dass die Vegetation trotz des warmen Winters noch um einiges zurück war. Lediglich die Hybrid-Pfingstrose „Crusader“ präsentierte uns ihre glühend dunkelroten Blütenschalen, weitere Päonien hüllten ihre prallen Knospen noch schützend ein. Dafür verwandeln um diese Jahreszeit Hunderte von Akelei, Clematis, Storchschnabel und anderen Frühblühern den Garten in ein blau-purpurnes Blütenmeer, belebt durch gelbe und orange Farbtupfer von orientalischem Mohn und Bartiris. Und die nahende Blütenpracht war überall zu spüren.

Der Steingarten im botanischen Garten Hof

Der Steingarten im botanischen Garten Hof
Foto © 2014 Mona Rieger

Botanischer Garten Hof

Letztes Ziel der Tagung war der botanische Garten in Hof. Der nur 2 Hektar große Garten ist Teil des Stadtparks Theresienstein, der einer der ältesten Bürgerparks ist. Dementsprechend steht hier der optische Aspekt im Vordergrund, dennoch kommt auch der botanische Anspruch nicht zu kurz. Davon konnten wir uns während der interessanten Führung durch Chefgärtner Christof Ruby leicht überzeugen. Aktuellstes Vorzeigeprojekt ist ein Schotterbeet, in dem vor allem Seidelbastgewächse gezeigt werden. Ein zweiter Steingartenbereich beherbergt viele weitere alpine Gewächse. Eine Huldigung an die Vielfalt der Blattschmuckstauden ist das sogenannte Kaleidoskopbeet mit vielen buntlaubigen Pflanzen wie Hosta, Heuchera und anderen Stauden und Gehölzen. Auffällige Blüten sucht man hier vergebens, sofern man diese überhaupt vermisst. Blüten gab es für uns Pfingstroseninteressierte in Form einiger Päonien-Wildarten wie die weiße Paeonia emodi oder Paeonia delavayi var. franchetti mit orangefarbenen Blüten zu sehen. Zudem stehen hier auch viele züchterisch entstandene Sorten von staudigen und strauchigen Pfingstrosen. Manche wurden erst frisch aufgepflanzt und werden ihre volle Schönheit sicher erst in einiger Zeit entfalten, ein Wiederkommen lohnt sich also.

 

Fachgruppentreffen 2013

Das Treffen der Fachgruppe Päonien fand vom 10.-12. Mai in Würzburg und Marktheidenfeld statt. Unsere mit über 40 Personen große Gruppe vereinigte Mitglieder aus ganz Deutschland, dazu aus Holland und aus der Schweiz. Die Aussicht auf schöne Tage unter Gleichgesinnten hob die Stimmung und ließ vergessen, dass aufgrund des kalten Frühjahrs keine prächtige Päonienblüte zu erwarten war. Nachfolgend einige Impressionen.

Im romantischen Garten von Anita Rau

Im romantischen Garten von Anita Rau.
Foto © 2013 Mona Rieger

Der Freitag Nachmittag war der Besichtigung von zwei Privatgärten gewidmet. Der erste Garten besticht durch seine Weite, erzeugt durch Rasenflächen, gesäumt von geschwungenen Staudenbeeten und überschirmt von altem Baumbestand. Auf einer erhöhten Terrasse thront das Wohnhaus, flankiert vom alten Gemüsegarten. Hingucker im Garten ist ein gemauertes Häuschen sowie Details aus Keramik und Metall. Echte Aufenthaltsqualität gewann der Garten durch das leckere Gebäck, mit dem uns die Hausherrin verwöhnte. Es war schwer, die Gruppe wieder zum Verlassen des Gartens zu bewegen!

Mediterranes Flair im Garten Wüst

Mediterranes Flair im Garten Wüst.
Foto © 2013 Mona Rieger

Der zweite Garten befindet sich in steiler Hanglage. Terrassierungen und dichte Bepflanzungen mit Stauden, Sträuchern und Bäumen gliedern den Garten in kleine Räume - von keinem Punkt aus kann man den ganzen Garten überblicken. Eine große Hanfpalme und ein Feigenbaum sorgten dem wechselhaften Wetter zum Trotz für echtes Urlaubsgefühl. Unterstrichen wird dieser Eindruck durch den mediterranen Baustil des Wohnhauses und der Nebengebäude.

Professor Hans Simon ist immer noch aktiv für die Stauden

Professor Hans Simon ist immer noch aktiv für die Stauden.
Foto © 2013 Mona Rieger

Am Samstagmorgen brachte uns der Bus in die Sortiments- und Versuchsgärtnerei Simon in Marktheidenfeld. Eine Führung durch den Hausherrn, begleitet vom "Senior" Prof. Hans Simon, zeigte uns das ungewöhnliche Konzept der Gärtnerei. Locker in einem Wäldchen verstreut liegen die einzelnen Pflanzenquartiere, in denen die Stauden gemäß ihren Standortansprüchen aufgestellt sind. Die Stauden- und Strauchpäonien wachsen sogar inmitten einer Wiese. Das mindert den Pflegeaufwand und schadet den Kulturpflanzen offensichtlich nicht. Der Stauraum des Busses reichte gerade aus, um die eingekauften Pflanzenschätze aufzunehmen.

Der Kustos des botanischen Gartens, Dr. Vogg

Der Kustos des botanischen Gartens, Dr. Vogg, inmitten der Steinanlage.
Foto © 2013 Mona Rieger

Am Nachmittag empfing uns der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens Würzburg, Dr. Vogg, zu einer Führung durch die parkartige Anlage. Die interessante und unterhaltsame Reise ging vom Tertiär mit den ersten Päonien Mitteleuropas bis zu den Terrassen mit den Strauchpäonien aus der Sammlung Hertle. Obwohl keine dieser Schönheiten aufgeblüht war, verbrachten wir 2 kurzweilige und informative Stunden im Garten. Ein besonderes Schmuckstück ist die Steinanlage mit Pflanzen aus der mediterranen Felsheide, aber auch aus den fränkischen Trockenrasen. Wenn diese im Sommer mit dem Blühen nachlassen, übernimmt die neue Präriepflanzung die Hauptrolle.

Alpine Kostbarkeiten im Garten Kammerlander

Alpine Kostbarkeiten im Garten Kammerlander.
Foto © 2013 Mona Rieger

Unser letzter Stopp des Tages galt dem Garten von Herr Kammerlander. Von außen deutete kaum etwas darauf hin, dass sich in diesem eher kleinen Hausgarten wahre Schätze verbergen. Das Augenmerk des passionierten Sammlers liegt auf Alpinen und aderen Steingartenpflanzen, die hier in schön gestalteten Steinbeeten gezogen werden. Beeindruckend ist die Sammlung aus Dionysia und anderen Raritäten wie besonderen Iris und Geophyten, die sorgsam unter Glas kultiviert werden. Auch Frauenschuh-Orchideen und schöne Elfenblumen zählen zu den Besonderheiten des Gartens.

Der Garten von Familie Lutz Foto

Der Garten von Familie Lutz
Foto © 2013 Mona Rieger

Während der Sonntag Vormittag zum Stöbern auf dem Würzburger Raritätenmarkt genutzt wurde, leider bei Kälte und Regen, waren wir am Nachmittag in den Garten unseres Fachgruppen-Mitglieds Gertrud Lutz eingeladen. Das ungemütliche Wetter schreckte leider viele Besucher ab, so dass unsere Gruppe auf 10 Personen zusammengeschmolzen war. Diese konnten den mit Skulpturen von Herr Lutz geschmückten Garten nun in vollen Zügen und bei Sonnenschein genießen, ebenso den reichlich aufgetafelten Kuchen. Ein heftiger Schauer brachte uns eine Einladung ins Haus und die Gelegenheit, das große Blumenfenster mit seinen Orchideen und Epiphyten zu bewundern. Wahre Pflanzenfreunde lassen sich eben meist nicht auf den Garten beschränken.

Die staudige Päonie Mai Fleuri
Foto © 2013 Mona Rieger

Ich bedanke mich bei allen Gartenbesitzern für ihre Zeit, die sie für unseren Besuch und insbesondere für unser leibliches Wohl aufgewendet haben. Vielen Dank auch an Dr. Vogg, der im Vorbereitungsstress für die Pflanzenbörse dennoch die Zeit für uns fand, und an Werner Simon für die umfassende Führung durch die Gärtnerei. Ebenso bedanke ich mich bei allen für die Geduld, unsere zahlreichen Fragen nach Gestaltung, Pflanzennamen und Kulturhinweisen zu beantworten.

Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie die gemeinsame Leidenschaft für die Pflanzen und das Gärtnern Menschen aus allen Regionen zusammenbringt. Wenn ich dann höre "wir kommen nächstes Jahr wieder mit" weiß ich, dass sich die Mühe der Vorbereitungen gelohnt hat.

Also bis nächstes Jahr,
herzliche Grüße, Mona Rieger

 

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