(Text von Dr. Dieter Bourwieg)
Im Mai sind wir zur Orchideenwiese in der Nähe von Lohrsdorf/Bad Bodendorf gewandert.
Diese rund 20 Hektar große Wiese Lohrsdorf gehört dem Land Rheinland-Pfalz und beherbergt zahlreiche gefährdete Orchideenarten. Das warme Klima und eine mehrere Meter mächtige, kalkreiche Lössschicht schaffen ideale Bedingungen für eine außergewöhnliche Flora und Fauna mit vielen mediterranen Elementen. Auf den terrassierten Flächen, die früher dem Wein- und später dem Obstanbau dienten, wachsen auf trockenem, magerem und nährstoffarmem Boden neben Orchideen zahlreiche weitere seltene Pflanzenarten.
Auch wir waren von der Vielfalt begeistert und haben folgende Orchideen gefunden:
©2026 Petra Wronewitz
Orchis militaris (Helm-Knabenkraut)
Sie ist wärmeliebend und kommt über Kalk auf Halbtrockenrasen in lichten Gebüschen, oder wie auf unserer Wanderung zwischen dem Weg und der angrenzenden Wiese oder dem Rand der Wiese vor.
Bei diesen ist der rosa Helm der roten Blüten geschlossen. Die Lippe ist stark dreigeteilt. Der Mittellappen entspringt schmal und wird dann breiter. Die Seitenlappen stehen nach vorn und sind rot punktiert.
Die Art ist in Süddeutschland häufig und nicht gefährdet. Im Norden seltener.
©2026 Petra Wronewitz
Cephalanthera damasonium (Weißes Waldvögelein)
Sie ist eine Art lichter Buchenwälder, die viel Schatten verträgt. Auf unserer Wanderung stand sie auch am Wegrand. Die oft wenigen Blüten (-20) sind elfenbeinfarben, recht groß und oft wenig geöffnet, da Selbstbestäubung erfolgt. Die Blüten entspringen den Achseln laubblattähnlicher Tragblätter.
©2026 Petra Wronewitz
Platanthera chlorantha (Grünliche Waldhyazinthe).
Ähnelt sehr Platanthera bifolia, der zweiblätterigen Waldhyazinthe. Die Pflanze mit grünlichweißen Blüten besiedelt gern wechselfeuchte, kalkreiche Böden im lichten Schatten, so wie bei uns im Gebüsch am Wegrand.
Die Pflanze treibt zweigrundständige, Blätter wie P. bifolia, die aber langoval sind. Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet und tritt da häufig auf.
©2026 Petra Wronewitz
Neottia ovata (Großes Zweiblatt, syn: Listera ovata)
Die Pflanze bildet etwa 10 Zentimeter vom Boden entfernt zwei gegenständige Blätter, weitere hat sie nicht. Am Stängel bildet sie bis zu 65 kleine, grüne Blüten. Sie ist relativ tolerant gegen Stickstoff und ich nicht an Kalk gebunden. Sie ist weit verbreitet.
Tipp zum Nachmachen: Der Bahnhof in Bad Bodendorf ist ein guter Startpunkt für die Wanderung. In den üblichen Wander-Apps ist der Weg zu finden, wenn auch nicht auf Anhieb. Durch die Wiese führen zwei breite Wanderwege, so dass man die Pflanzen nicht gefährdet, wenn man auf dem Weg bleibt.

Am Sonntag, 28. Mai 2017, machte sich eine Wandergruppe der Regionalgruppe Bonn-Köln der GdS unter der Leitung von Brigitte und Arthur Mößner sowie Dr. Wolfram Kunick auf den Weg ins Seidenbachtal und auf den Froschberg bei Blankenheimerdorf in der Eifel. Die Magerwiesen standen in voller Blüte. Auch die Samenstände der Küchenschelle und der Herbstzeitlose ließen sich noch entdecken. Die Waldpartien umgaben artenreiche Säume. Besonders beeindruckte eine feuchtere Wiese mit Kleinem Knabenkraut (Orchis morio) in vielen Exemplaren. Auf dem Froschberg unter der mächtigen "Süntelbuche" mit ihren Zickzackzweigen gab es eine kleine Pause bevor die Gruppe sich auf den Rückweg machte, der noch weitere Pflanzenschätze bereit hielt. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite.




























