Staudenbeet Botanischer Garten Rombergpark

Einleitung

Ein Garten in Englischer Tradition mitten in Dortmund

Menschen für die Schönheit und Vielfalt der Stauden begeistern, neue Freunde für die Gestaltung mit Stauden gewinnen, den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zaubern und im gemeinsamen Tun als Beetpatin oder Beetpate bereichert werden – all dies wird seit der offiziellen Übergabe im Jahr 2001 im „Englischen Staudenbeet“ im Botanischen Garten Rombergpark verwirklicht. Bereits 1996 entstand die Idee zwischen dem damaligen Leiter der Dortmunder Regionalgruppe – Dr. Peter Mosebach – und dem damaligen Leiter des Botanischen Gartens – Heribert Reif, gemeinsam ein englisches Staudenbeet im Park anzulegen.

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©Sarah Gesella
Das Staudenbeet im Botanischen Garten Rombergpark

Bis heute entwickelt die 92 Meter lange Doppelrabatte auf etwa 1.000 Quadratmetern Beetfläche eine Blütenfülle und Farbenpracht, die die Besucher begeistert und oft zu mehrmaligen Besuchen im Park motiviert. Ein Spaziergang entlang des Mittelwegs wird zu einer Reise durch wechselnde Farben und höhengestaffelte Pflanzungen, die ein Durchschreiten zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Die Gestaltung des Beets folgt der englischen Tradition des „mixed border“, bei der in harmonischer Kombination Stauden, Gräser und Gehölze zu einem lebendigen Gesamtbild verschmelzen. Am Staudenbeet im Botanischen Garten Rombergpark entdecken Besucher neben den in Gruppen und Drifts (Pflanzbänder) gesetzten Stauden auch einzelne Gehölze wie rotblättrige Berberitzen oder Holundersorten. Auf die Verwendung von Einjährigen und nicht winterharten Pflanzen wird zugunsten der Nachhaltigkeit weitgehend verzichtet.

Die Eibenhecken im Hintergrund lassen mit ihrem dunklen Grün die Farben leuchten und die Baumkulissen des Arboretums runden das Gesamtbild ab. Die sich wiederholenden Formschnitt-Eibenkugeln im Vordergrund greifen das Grün der Hecken auf. Besonders im Frühling vor Beginn des Höhenwachstums der Großstauden bilden die rhythmisch gesetzten rotlaubigen Gehölze (Berberitzen) wichtige Farbakzente. Durch die wenigen vorhandenen Großgehölze (zwei seltene Koniferen und eine Gleditsia triacanthos 'Sunburst') ergeben sich trockenere Schattenstandorte, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

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©Marion Nickig
Das Staudenbeet im Botanischen Garten Rombergpark

Seit der Einweihung hat die Verwendung von Staudengräsern zugenommen – getreu dem Prinzip von „Harfe und Pauke“ nach Karl Foerster, bei dem Gräser die Harfen darstellen und großblättrige Pflanzen die Pauken. So ergibt sich auch in der kalten Jahreszeit bis zum Beginn der neuen Vegetationsperiode noch ein ansprechendes Bild. Über das Jahr hinweg entfaltet sich eine mit Bedacht komponierte Farb- und Formenvielfalt, die in jeder Jahreszeit neue Akzente setzt.

Ein besonderes Farbkonzept

Inspiriert durch berühmte monochrome Gartenräume wie den „Weißen Garten“ von Sissinghurst wurde das Farbkonzept entwickelt. Durch den die Doppelrabatte querenden Weg wird das rote Beet in vier Bereiche getrennt und bildet den farblich leuchtenden Mittelpunkt. In Richtung Norden kühlt das Farbspektrum über Rosa und Violett bis hin zum Blau ab, während in südlicher Richtung warme Töne wie Gelb bis hin zum hellen, leuchtenden Weiß dominieren. In den Farbabschnitten werden die jeweiligen Farbwerte variiert (heller – dunkler, wärmer – kälter, stumpf – glänzend…), wobei Struktur- und Texturkontraste wesentlich sind.

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© erstellt von Manfred Reichel
Gesamtplan des Beets in Farbbereichen

Hingabe und Know-how: Das Beet lebt durch seine Paten 

Die Planung und Pflege der Beete erfolgt durch Mitglieder der Gesellschaft der Staudenfreunde e. V., die hier ehrenamtlich als Beetpaten verantwortlich tätig werden. Sie pflegen mit Leidenschaft die einzelnen Farbabschnitte, experimentieren mit Pflanzenkombinationen, teilen ihr Wissen mit Neugierigen und wecken so weitergehendes Interesse.

Was bedeutet der „Englische Garten“ im Botanischen Garten Rombergpark den Dortmundern? Viele genießen die Blütenfülle, das Stück England im Dortmunder Süden, die Erholung – vielfach verlangsamt sich der Schritt und eine Rast auf den Bänken lässt den Blick schweifen. Die Vielfalt an Fotomotiven animiert dazu, die Kamera hervorzuholen, und auch Anregungen für den Privatgarten oder Balkon werden gewonnen.

Was bedeutet der „Englische Garten“ für die Betreuenden – die Beetpaten? Das gemeinsame Gestalten im Rahmen eines Parks mit schönem altem Baumbestand in landschaftsgärtnerischen Proportionen ist eine einmalige Chance. Wir lernen voneinander durch gemeinsames Schaffen, aber auch durch die vielen Besucherinnen und Besucher. Während unserer Arbeit an den Beeten erhalten wir viel Lob und Zuspruch. Auch die vielen Fragen der Spaziergänger zu bestimmten Sorten zeugen von großem Interesse.

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© Sarah Gesella
Das Staudenbeet im Botanischen Garten Rombergpark

Ein besonderer Dank gilt der Leitung und der Gärtnerschaft des Botanischen Gartens Rombergpark

Gibt es ein Erfolgsrezept, um solch ein umfängliches Projekt so viele Jahre am Leben zu erhalten und nicht nach anfänglicher Euphorie zu scheitern? Ein solches Projekt kann nur durch starke Zusammenarbeit gelingen. Entscheidend ist die Kooperation: Zum einen mit der Leitung des Botanischen Gartens – dem heutigen Leiter Dr. Patrick Knopf – sowie dem Tiefbauamt auf organisatorischer Ebene, zum anderen mit der Gärtnerschaft des Parks auf praktischer Ebene. Alle Seiten tragen Arbeit und Mittel zur Erhaltung bei: auf Seiten der GdS das Gestalterische, bei der Stadt und dem Botanischen Garten der Kauf der Pflanzen, ergänzt durch unsere Spenden, von Seiten der Gärtnerschaft die Grundpflege des Beets, unterstützt und erweitert durch die Beetgruppe. Erfreulich, dass es bisher immer interessierte und engagierte Staudenfreunde gibt, die als Beetpaten diese Aufgabe kompetent und mit viel Engagement und Freude wahrnehmen.

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© Marion Nickig
Schöne Leycesterie und Kerzenknöterich

Im Folgenden berichten die Beetpaten und -patinnen über ihre jeweiligen Farbabschnitte im Staudenbeet des Botanischen Gartens Rombergpark – ein Treffpunkt für Pflanzenliebhaber, ein Ort der Inspiration und ein gemeinschaftliches Projekt mit Herz.

Kühles Blau im Norden des Staudenbeetes

Text: Hanspeter Eickmann(†), Hannelore Eickmann und Sebastian Hartung

Die Farbe Blau steht für Ruhe, Harmonie und Weite und wird von den meisten Menschen als angenehm empfunden. Blau wirkt kühl und distanziert, drängt sich nicht auf und rückt in den Hintergrund. Es wirkt bei einem höheren Anteil an roten Pigmenten warm und geht ins Violett über. Aus diesem Spektrum wurden die meisten Stauden für die beiden je 16 Meter langen Beete am nördlichen Tor ausgewählt. 

Die Blütenfarbe Blau wird hier in unterschiedlichen Schattierungen verwendet. Vom Wasserblau des Blausterns (Amsonia in Sorten) über das Stahlblau der Kugeldistel (Echinops bannaticus 'Blue Ball') bis zum Schwarzblau der Bartiris (Iris barbata-elatior 'Superstition').
Rotlaubige Gehölze wie Berberitze (Berberis thunbergii in Sorten) und Blasenspiere (Physocarpus opulifolius 'Diabolo') akzentuieren die Pflanzung, Silber (Artemisia ludoviciana 'Silver Queen') und Grau (Nepeta in Sorten) beleben das Bild. Gelb (Sesleria autumnalis) bringt das Blau zum Strahlen. Prachtstauden werden hier nicht eingesetzt. Wildstauden und deren Sorten mit natürlichem Aussehen verleihen dem Beet eine ungezwungene Ausstrahlung. Die grazilen Blüten der Gräser bringen Leichtigkeit und schweben als zarte Schleier über den Stauden. 

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Der blaue Beetabschnitt

Beetabschnitt Blau West

Das blaue Band der Prärielilien (Camassia leichtlinii) eröffnet die Blüte im Beet. Der frische Austrieb der Stauden wird die vergilbenden Blätter der Prärielilien bald verdecken. Dann säumen die Blüten des Storchschnabels (Geranium x magnificum 'Rosemoor') den Weg; in die Vertikale weist der Steppensalbei (Salvia nemorosa 'Caradonna'). Der Blaustern (Amsonia ciliata) bezaubert mit hellblauen Blütensternen und überrascht im Herbst mit goldgelber Färbung seines Blattwerks.

Weitere Blühaspekte entstehen durch die Pflanzengemeinschaft Glockenblume (Campanula lactiflora), Virginischer Ehrenpreis (Veronicastrum virginicum 'Cupid'), Blaunessel (Agastache x rugosa 'Blue Fortune') durchwebt vom Storchschnabel (Geranium wallichianum 'Rozanne'). Der Blauweiderich (Veronica 'Hermannshof'), einst als Versuch gepflanzt, zeigt einen eleganten Wuchs und ist trockenheitstoleranter als erwartet. Die Pflanzen ziehen sich nun zur Blütezeit locker verteilt durch das Beet.

Im Hochsommer betören die Flammenblumen (Phlox paniculata 'Blue Evening', 'Donau' und 'Blue Paradise') mit ihrem Duft und ihren Blüten. Sie werden begleitet vom Pfeifengras (Molinia arundinacea 'Transparent'), der Pflanze der ersten Stunde. Um den luftigen Eindruck zu verstärken, wurde es später um zwei weitere Exemplare ergänzt. Der tiefblaue Sommereisenhut (Aconitum henryi 'Spark') wurde anstelle des blauen Rittersporns gepflanzt, der sich in diesem Beet nicht bewährt hat. Der Hochsommerflor wird bereichert durch Kalimeris incisa 'Blue Star' und die überschäumende Blütenfülle der Wiesenraute (Thalictrum delavayi 'Splendide').

Im trockenen Schatten einer Kiefer (Pinus sylvestris 'Watereri') gedeihen Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium in Sorten) und Lenzrosen (Helleborus). Der Rauling (Trachystemon orientalis) und der Weiche Schildfarn (Polystichum setiferum 'Herrenhausen') ersetzen nun die Herbstanemonen (Anemone japonica) und die Silberkerzen (Actaea simplex 'Brunette'), die hier nicht mehr gedeihen konnten.

Im Spätsommer erfreuen die hellblauen Blütenwolken der Schleieraster (Symphyotrichum cordifolium syn. Aster cordifolius 'Blue Heaven' und 'Little Carlow'). Ihr überhängender Wuchs bedeckt nun die Stauden, die ihren Höhepunkt überschritten haben. Das Herbst-Kopfgras (Sesleria autumnalis) rahmt das Beet ein und das Gelb seiner Blätter bringt die Asternblüten zum Leuchten.

Der Herbsteisenhut (Aconitum carmichaelii 'Arendsii') beeindruckt durch sein dunkles Blau und seine späte Blüte. Damit wird der Herbst eingeläutet, der seinen Höhepunkt in der Blüte der Astern (Symphyotrichum laeve syn. Aster laevis 'Calliope' und Aster tataricus) und der Gräser findet.

Beetabschnitt Blau Ost

Auch im östlichen Abschnitt herrschen unterschiedliche Lebensbereiche vor, die bei der Pflanzenauswahl berücksichtigt wurden. Ein Teilstück weist ein Gefälle zum Beethintergrund auf und liegt im Einzugsbereich einer ausgewachsenen Buche. Nach mehreren Versuchen gelang es, diesen schwierigen Bereich mit Stauden zu bepflanzen. Aster (Aster ageratoides 'Asran') ist in diesem Bereich erfolgreich angesiedelt worden. Gesundes Blattwerk und die hübschen hellvioletten Blüten, die sich über einen langen Zeitraum zeigen, zeichnen diese Pflanze aus. Hier fühlen sich auch die Bartiris (Iris barbata-elatior in Sorten) wohl, die zusammen mit der Färberhülse (Baptisia australis) vor der silberlaubigen Birne (Pyrus salicifolia) blühen, ergänzt vom Silber der Artemisia. Auch die aromatische Symphyotrichum oblongifolium syn. Aster oblongifolius 'Raydon's Favorite' gedeiht gut in diesem trockenen Bereich. Unter der Clematis 'Perle d’Azur’ wächst Limonium latifolium, das mit den zarten Blütenschleiern die Clematisblüten umschmeichelt.

Zur Mitte des Beetes im frischeren Bereich folgen Storchschnabel (Geranium x pratense 'Orion') und Katzenminze (Nepeta x faassenii 'Walker’s Low'). Sie begleiten die historische Polyantha-Rose 'Heinrich Karsch', deren rosa Blütenschmuck im Verblühen einen morbiden blau-lila Ton annimmt. Schönaster (Kalimeris incisa 'Blue Star' und 'Madiva'), Helmkraut (Scutellaria incana) und Aster x frikartii 'Mönch' setzen den Blütenreigen fort. Sie zieren schon den Westteil und stellen, wie die symmetrisch angeordneten Clematis-Rankgerüste zu beiden Seiten des Tores, eine optische Verbindung zwischen den beiden Beetabschnitten her.

In den letzten Jahren werden verstärkt Gräser verwendet, die mit ihrer filigranen Wirkung die Stauden begleiten. Niedrige Gräser wie Kleines Präriegras (Schizachyrium scoparium 'Blue Heaven') mit seinem Farbverlauf von blau bis purpur und Kleine Waldschmiele (Deschampsia cespitosa 'Palava') betten die Stauden in wolkige Texturen, während Großgräser wie Chinaschilf (Miscanthus sinensis 'Kleine Silberspinne' und 'Goliath') und Rutenhirse (Panicum virgatum 'Northwind' und 'Cloud Nine') besonders im Herbst und Winter strukturierend „die Stellung halten“, wenn viele Stauden langsam auseinanderfallen oder schon wieder eingezogen haben.

Durch zunehmend warme Winter besteht die Möglichkeit, auch Stauden miteinzubeziehen, die noch vor wenigen Jahren keinen Bestand gehabt hätten – zur Zeit werden Grasschwertel (Sisyrinchium angustifolium 'Lucerne') und Bartfaden (Penstemon virgatus 'Blue Buckle') erprobt.

Wenn die Stauden im Hintergrund (Vernonia crinita und Veronicastrum virginicum 'Lavendelturm') ihren großen Auftritt beendet haben und die Asternblüte ihren Höhepunkt überschritten hat, übernimmt der Herbst die Regie. Er bestimmt den Farbreigen nach seinen Gesetzen: Samenstände schwarz, braun oder beige, Blätter rot, orange, violett und gelb in allen Schattierungen. Ein Feuerwerk – und das Farbkonzept der Gestaltung wird aufgelöst.

Blütenfest in Rosa und Violett

Beetabschnitt Rosa-Violett West

Text: Anne Hölscher

Der bekannte französische Landschaftsarchitekt und Gärtner Gilles Clément begann seine Antrittsvorlesung am Collège de France, Paris, im Jahre 2011 mit den Worten „Vom Garten oder von der Landschaft im Rahmen des Collège de France zu sprechen, bedeutet, den Garten und die Landschaft so zu betrachten, als könnten sie in Vorlesungen gelehrt werden. Ich denke aber, man lehrt den Garten nicht, sondern er belehrt uns“ (aus: G. Clément: Gärten, Landschaft und das Genie der Natur, Berlin 2016). Im 15 Meter langen Beetabschnitt Rosa-Violett bekam ich viele, viele Lektionen…

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Beetabschnitt Rosa-Violett West

Die langlebigen Stauden Vernonia, Veronicastrum und Aruncus im Hintergrund des Beetes entwickelten sich zusammen mit einer Berberitze zu stattlichen Beständen. Die reichlich vorhandene Aster ageratoides 'Ezo Murasaki' bildet mit den kräftig violetten Blüten im Herbst den Abschluss des Staudenflors. Eine Leycesteria formosa wächst „in der zweiten Reihe“, damit die Besucher sie besser bewundern können.

Ein Drift mit Phlomis tuberosa bewährte sich leider nicht als Strukturpflanzung – die Mäuse gerieten unter Verdacht, die typischen Samenstände schon im Herbst abzufressen. Die Phlomis tuberosa machten den Platz frei für einen Drift mit dem großblütigen Phlox paniculata 'Utopia'. Der Züchter Coen Jansen brachte ihn zu einem Vortrag in Dortmund mit. Dazu gesellt sich der Phlox paniculata 'Hesperis' in kräftigem Pink und sorgt für eine schöne Farbabstufung.

Im Mittelpunkt des Beetes stehen zwei Bistorta amplexicaulis 'Ample Pink', die monatelang von Insekten besucht werden. Im Juli sorgt regelmäßig die Sidalcea malviflora 'Elsie Heugh' für eine spektakuläre Blüte mit den seidig glänzenden rosa Blütenschalen. In diesem Bereich wachsen am vorderen Beetrand auf einer Länge von ca. sechs Metern Bergenien. Sie kommen gut mit dem mageren trockenen Boden zurecht und tolerieren auch Tritte von übereifrigen Fotografen. Dahinter steht eine Reihe echte Betonica officinalis 'Rosea' mit zartrosa Blüten. Die vertrockneten Blütenstände sorgen zuverlässig für den Winteraspekt. Es folgt Lythrum virgatum 'Dropmore Purple'.

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Die Leiterin der Beetgruppe und Beetpatin des Abschnitts Rosa-Violett West Anne Hölscher

Über allem blüht ausladend eine Althaea cannabina. Im linken Teil des Beetes bilden Eupatorium maculatum und Filipendula rubra 'Venusta' den Hintergrund in Gesellschaft eines Viburnum x bodnantense 'Charles Lamont'. Er überbrückt ab November die blütenlose Zeit im Staudenbeet.

Apropos blütenlose Zeit: Ab Dezember schieben in der Mitte des Beetes zwei stattliche Helleborus-Hybriden 'Ice N' Roses' seit mehreren Jahren zuverlässig die Blüten aus der Erde.

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Beetabschnitt Rosa-Violett West

Was sind nun die Lehren nach sieben Jahren im Staudenbeet?

Panicum virgatum 'Shenandoah' kümmerte vor sich hin. Die Veronicastrum virginicum in Sorten fielen regelmäßig um, bis sie einen sog. „Chelsea Chop“ bekamen. Dazu wird Ende Mai das oberste Drittel der Staude abgeschnitten. Danach bleibt die Staude niedriger, verzweigt mehr, wird standfest und blüht reichhaltiger.

Die verschiedenen Monarda-Sorten wurden regelmäßig von Schnecken vernichtet. Auch die robust wirkende Astrantia major hat Ansprüche an den Boden, die wir nicht immer erfüllen können. Sie möchte umsorgt werden: Nur mit genügend Wasser, einer Strategie gegen die Schnecken und regelmäßiger Teilung kommt sie zur vollen Pracht.

Ein Frühjahrsaspekt mit rosa und lila Tulpen scheidet aus: Über die Blumenzwiebeln freuen sich bereits im Winter die Wühlmäuse – da bleibt im April für die Besucher am Beet nichts mehr übrig. Die Liatris spicata 'Floristan Violett' gab es bei der Mäusefamilie vermutlich zum Dessert. Auch Salvien bewährten sich nicht. Sie sollen nach und nach durch rosa blühende Veronica ersetzt werden.

Die meiste Freude bereiten in dem Beet klassische Gartenstauden wie Astern, Phloxe, Bistorta amplexicaulis, eingestreute Echinops ritro und Hemerocallis.

Und die Zukunft? Das Beet Rosa-Violett West endet an der rechten Seite unter einer weit ausladenden Kiefer. Dort ist der Boden mit einer dicken Schicht Kiefernnadeln bedeckt. Vor zwei Jahren begann ich, in diesem Bereich Schattenstauden zu erproben. Der Hirschzungenfarn gedeiht bereits prächtig, ebenso die langlebigen Cyclamen hederifolium und Cyclamen coum. Das Lernen am und im Beet geht also weiter!

Beetabschnitt Rosa-Violett Ost

Text: Elisabeth Fobbe

Bereits im Februar beginnen sich die ersten Knospen der Helleborus orientalis (Lenzrose) zu färben. Zur selben Zeit folgen auch schon die blauen, borretsch-ähnlichen Blüten von Trachystemon orientalis, dem Rauling. Noch vor dem Laub erscheinen sie und sind eine willkommene Futterquelle für die ersten Insekten. Während die Lenzrosen in voller Pracht stehen, entwickeln sich im halbschattigen Bereich neben der großen Konifere Epimedium x rubrum (rote Elfenblume), Lunaria rediviva (Stauden-Mondviole) und Hesperis matronalis (Nachtviole). Bald verzaubern sie uns mit ihren zarten Blüten und harmonieren wunderbar mit den vielen verschiedenen Geranium-Arten und -Sorten (Geranium x oxonianum 'Rebecca Moss', 'Claridge Druce', Geranium-Hybride 'Patricia' und 'Blue Cloud', Geranium sanguineum etc.), die Ende April/Anfang Mai zu blühen beginnen. Als rosa- und pinkfarbener Teppich dominieren sie den vorderen Beetbereich. Seit etwa zwei Jahren sind auch Centaurea phrygia (Perücken-Flockenblume) und Centaurea nigra (schwarze Flockenblume) dabei, die das frühsommerliche Bild abrunden.

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Beetabschnitt Rosa-Violett Ost

Der Höhepunkt des Sommers ist in jedem Jahr wieder die Phlox-Blüte. Ältere Foerster-Sorten (Phlox paniculata 'Violetta Gloriosa' und 'Düsterlohe') werden durch neuere ergänzt (z. B. Phlox paniculata 'Lichtspel' und 'Jeana'). Gemeinsam mit Veronicastrum virginicum (Kandelaber-Ehrenpreis) 'Lavendelturm' und 'Amethyst', Bistorta amplexicaulis (Kerzenknöterich) 'Summer Dance' und 'Roseum' sowie Echinacea purpurea (Schein-Sonnenhut) 'Rubinstern' geben sie ein stimmungsvolles Bild ab.

Mit den dunkelvioletten Blüten von Vernonia crinita (Arkansas-Scheinaster) 'Mammuth' hält der Herbst Einzug. Zusammen mit Astern in vielen Variationen (Aster divaricatus, Aster novae-angliae (Raublattaster) 'Roter Turm' und Aster novi-belgii (Neuengland-Aster) 'Nannis Liebling') erlebt dieser Beetabschnitt seinen letzten Blütenrausch.

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Die Beetpaten Elisabeth und Peter Fobbe im Beetabschnitt Rosa-Violett Ost

Das rote Beet - Die Wiederentdeckung einer Gartenfarbe

Text: Kerstin Wolffram

Lange Zeit war Rot im Staudengarten verpönt – verdrängt von sanften Pastelltönen und kühlen Violett-Nuancen. Doch in den letzten Jahren haben Pflanzenzüchter die Schönheit und Kraft dieser Farbe neu entdeckt. Im roten Abschnitt des Staudenbeets wird statt auf knalliges Rot eher auf ein dunkles Blutrot gesetzt (z. B. Paeonia delavayi, Paeonia 'Buckeye Belle'). Rotlaubige Stauden greifen das rote Farbenspiel auf.

Die roten Beete liegen im Kreuzungsbereich der Staudenbeete und müssen somit auch besonders die angrenzenden violetten und gelben Beete in ihrer Farbgebung berücksichtigen und einen harmonischen Übergang schaffen. Die Leitpflanzen aller Farbabschnitte – Gräser, Berberitzen und Eibenkugeln – sorgen jedoch für Kontinuität und verbinden das Beet zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk.

Der eigentliche Glanzmoment des roten Beetes liegt im Sommer. Den Auftakt machen jedoch Hemerocallis, Geranium und Dianthus im Frühjahr. Später im Jahr setzen Wildrosen-Hybriden mit ihren flaschenförmigen roten Hagenbutten markante Akzente zu den Gräsern und dunkellaubigen Gehölzen. Besonders reizvoll sind langlebige Kombinationen wie Sanguisorba, Crocosmia 'Lucifer' und Sedum, die im Hochsommer mit ihrem Farben- und Formenspiel und im Herbst auch mit ihren Samenständen begeistern. Im Hintergrund setzen hohe Stauden wie Thalictrum oder Aconitum markante Akzente. Auch vermeintlich altmodische Pflanzen wie Lychnis entfalten in Kombination mit Gräsern und Hemerocallis eine neue, moderne Wirkung. Als besonders schön erweist sich auch die Kombination aus Wildpäonie, Astilben und Thalictrum.

Im südlichen Ost- und Westbeet dominiert Helenium zusammen mit Astern und sorgt für ein leuchtendes Hochsommerfeuerwerk. Dianthus, Artemisia, rotlaubiges Sedum und violettlaubige Heuchera sorgen als Beeteinfassung für Struktur. Letztere setzt auch im Winter schöne Akzente. Graulaubige Pflanzen wie Artemisia und Rosa glauca dämpfen die Farbintensität des Rots und lassen die kirschfarbenen Blüten von Knautien im Gegenlicht erstrahlen. Rotlaubiges Sedum und die neuen Echinacea-Sorten reizen hingegen das Spektrum von Rot bis Violett aus.

In diesem Bereich dient das orange-rote Farbspektrum als Verbindung zum gelben Beet, mit Pflanzen wie Hemerocallis (z. B. die leuchtende 'Orange von Falkenrehde', eine wunderschöne Tamberg-Züchtung) und Helenium. Neue Stauden wie Schizachyrium als Gras für Trockenheit und für Farbspiel brauchten jahrelange Geduld bis zur Etablierung. Hemerocallis und das tiefrote Geranium 'Dragon Heart' verschmelzen mit kontrastreichen Blatt- und Wuchsformen.

Im nördlichen Ostbeet ergeben Bistorta, Crocosmia und die Clematis montana 'Freda' während der Blütezeit in der Picea (Fichte) einen gemeinsamen Hingucker, der auch die Farbe der Zapfen im Beet wieder aufgreift. Einige andere Stauden wie Kniphofien, Echinaceen und Achileen haben sich hingegen als zu kurzlebig erwiesen.

Das gelbe Beet – Ein sonniges Farbspiel durch die Jahreszeiten

Beetabschnitt Gelb Ost

Text: Christine Daerr und Berthold Kamp

Gelb – eine leuchtende, belebende und fröhliche Farbe mit pflanzlichen Höhepunkten im ganzen Jahr. Im Frühling sind es die Narzissen, die die ganze Beetfläche zusammen mit Winterlingen, Schlüsselblumen und einigen gefüllten Scharbockskräutern durchweben. Diese niedrigen Pflanzen prägen die Szenerie im Zusammenspiel mit einer gelbblühenden Magnolie und einer Scheinhasel (Corylopsis) in der Höhe. Zum Sommer hin wird das Gelb zurückhaltender vertreten durch Brandkraut (Phlomis), die Riesen-Flockenblume (Centaurea macrocephala) und besonders durch die wüchsige Wiesenraute (Thalictrum flavum), die dann mit ihrer blassen Gelbfärbung alle Blicke auf sich zieht. Auch die gelbe Blattfarbe vom Solidago mit dem schönen Sortennamen 'Hiddigeigei' passt dazu. Die farblich intensiven Blüten der Montbretie (Crocosmia) und des Mädchenauges (Coreopsis) sorgen für ein strahlendes Leuchten im Beet.

Im milden Herbstlicht leuchten später im Jahr viele Korbblütler wie die Staudensonnenblume (Helianthus), der Sonnenhut (Rudbeckia), die Sonnenbraut (Helenium) und die Goldrute (Solidago). Herauszuheben ist die Sorte 'Fireworks', die den krönenden Abschluss des Beetjahres bildet, unterstützt durch Blattschönheiten wie dem Blausternbusch (Amsonia) und dem japanischen Goldberggras (Hakonechloa).

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Der gelbe Beetabschnitt

Bei der Zusammenstellung der Stauden gibt es mehrere Leitgedanken: Zum einen folgen wir dem Prinzip des berühmten Staudenzüchters Karl Foerster: „Es wird durchgeblüht.“ Das bedeutet eine sorgfältige Abstimmung der Blühzeitpunkte, damit das Beet über das ganze Jahr hinweg attraktiv bleibt. Als nächstes ist uns wegen der Sichtbarkeit eine Höhenstaffelung wichtig. Die Blattstruktur soll vielfältig sein. Wir wollen die ganze Breite der Gelbschattierung von hellgelb wie der Binsenlilie (Sisyrinchum) bis zum orangefarbenen Mohn (Papaver orientale) zeigen. Zusätzlich lockern wir die Farbwirkung von reinem Gelb auf, das alleine etwas eintönig wirken kann. Hierzu nehmen wir weiße Pflanzen wie Pfingstrose, Ballonblume und Wasserdost zur Hilfe. Aus dem braunroten Spektrum kommen Schokoladendost (Eupatorium rugosum 'Chocolate') und die Sonnenbraut 'Sahin's Early Flower' hinzu, um Tiefe zu erzeugen.

Das Beet ist in ständiger Weiterentwicklung und damit letztlich nie fertig. Neben der regelmäßigen Pflege sind es die Zurücknahme stark wachsender Exemplare, die Entfernung von Sorten, die sich nicht bewährt haben, und die Einführung neuer Züchtungen. Kleine Enttäuschungen werden vielfach aufgewogen durch die Freude der Besucher, besonders wenn das Beet im Herbst weithin leuchtet.

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Beetpatin Christine Daerr im gelben Beetabschnitt

Beetabschnitt Gelb West – Bericht folgt

Das weiße Beet – inspiriert vom berühmten Vorbild in Sissinghurst

Text: Dorothea Steffen

Am südlichen Ende unseres Staudenbeetes befindet sich der weiße Beetabschnitt. Die beiden Bereiche auf den jeweiligen Seiten des Hauptwegs sind sehr unterschiedlich bepflanzt und dennoch gibt es Pflanzen, die sich in beiden Abschnitten befinden und so das Gesamtbild verbinden, wie Gillenia trifoliata und Aruncus 'Horatio'.

Die Ostseite ist eher wild, wobei viele Wildstauden mit ihrem Wuchern zu diesem Eindruck beitragen. Besonders ist hier Epilobium angustifolium 'Album' zu nennen. Sehr selten ist es in Staudenbeeten zu finden, denn sein Ausbreitungsdrang ist enorm und unterwandert manch horstig wachsende Staude. Da hilft nur die Schere, um dem wüsten Wucherer beizukommen. Seine flauschigen Samenstände sind durchaus dekorativ. Zudem braucht man sich keine Sorgen machen, dass es sich über die Samen verbreiten könnte. Allein durch Wurzelwachstum wächst es im Beet zum ansehnlichen Pulk heran. Ein Pterostyrax hispida oder auch Behaarter Flügelstorax, noch von Herrn Dr. Mosebach ins weiße Beet gesetzt, thront im letzten Eck des Beetes und verzaubert den Frühsommereindruck mit eleganten, 20 cm langen Blütenrispen.

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© Dorothea Steffen 
Der weiße Beetabschnitt

Eine weitere Wildstaude ist Anthriscus sylvestris, die mit ihrer Blütenfülle jeden Mai das Bild bestimmend prägt. Von der ursprünglichen dunkellaubigen Auslese Anthriscus 'Ravenswing' ist nur noch selten etwas zu finden; meist sind die Sämlinge grünlich im Laub. Obwohl das Beet durchaus als eingewachsen bezeichnet werden kann, findet diese Pionierpflanze doch jedes Jahr ihren Platz, meist an den Wegen und Beeträndern. Die Samenstände werden mit Bedacht stehen gelassen, um die Aussaat für das nächste Jahr zu gewährleisten. Auch Hesperis matronalis ist eine kurzlebige Staude, die im Beet gut etabliert ist. Sie blüht meist etwas später als der Anthriscus. Anschließend kommt der Auftritt von Verbascum chaixii, der auch gerne wieder in seine gelbe Ursprungsform zurückfällt. Die Blütenfülle dieses Verbascums ist mächtig, sodass immer wieder die Schere etwas Ordnung schaffen muss. Den Sommer über ist der Riesenknöterich Aconogogon x fennicum 'Johanniswolke' sehr dominant im Beet und nimmt im Hintergrund viel Platz ein. Diese Staude gehört zu den Knöterich-Gewächsen, ist im feuchten Schatten Zuhause und sehr pflegeleicht, wenn man denn Platz für sie hat. Wilde Beete sind schön, können einem Gartenfreund aber auch Angst machen, wenn es um das häufige Jäten von Sämlingen geht, oder auch dann, wenn Großstauden sehr viel Raum einnehmen.

Die andere Seite des Beetes ist etwas braver. Wiederholungen von graulaubigem Stachys zieren das Beet im Vordergrund. Zudem ist es klar gestaffelt angelegt und hat im Frühsommer einen Höhepunkt mit der Päonien- und Irisblüte. Im hinteren Eck steht, fast wie vergessen, die wunderbar dunkellaubige Eichblatthortensie Hydrangea quercifolia. Sie steht schon sehr lange im Beet als Kontrastpflanze, denn ihre herbstliche Rotfärbung ist nicht zu übersehen. 

Echinops sphaerocephalus 'Arctic Glow' hat sich sehr durch Sämlinge ausgebreitet, die leider mehr blau als weiß in der Blüte sind. Die Insekten lieben diese Staude, aber die Gärtner:innen sind leicht verzweifelt angesichts der vielen Sämlinge.

Neu in diesen Beetabschnitt ist eine weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia), denn diese Pflanze ist das „Must-have“ eines weißen Beetes und erinnert an das große Vorbild: den Garten Sissinghurst in Südengland. Die Kunst eines weißen Beetes liegt in der Kombination von Blütenfülle, Ruhe durch graues Laub und gewisse Schleierpflanzen, die die Stauden verweben. Aber auch Kontraste durch Ausreißer in der Höhe tragen zum gelungenen Beetausdruck bei. Hier sind vor allem die hohen Gräser zu nennen: Miscanthus sinensis 'Rosi' und Calamagrostis 'Overdam' sind im Beet vertreten. 

Vertikale Elemente sind nicht nur durch Gräser vorhanden, sondern auch durch verschiedene Stauden wie Wiesenraute (Thalictrum), Wiesenknopf (Sanguisorba), Virginia-Ehrenpreis (Veronicastrum), Fackellilie (Kniphofia) und Silberkerze (Actaea syn. Cimicifuga). Die Sorte Actaea ramosa 'Atropurpurea' hat dunkles Laub und zarte, duftende Blüten an langen Stielen, die als Knospe nach unten geneigt sind und sich anschließend zur Blüte nach oben strecken. Diese ausdrucksstarken Silberkerzen sind neben dem Pfeifengras (Molinia arundinacea) 'Transparent' und den Fetthennen (Sedum telephium) 'Stardust' nochmal ein schöner Höhepunkt. Molinia arundinacea 'Transparent' ist, wie der Name schon sagt, im Blütenstand sehr durchscheinend. Die Blüten schieben sich erst im August empor und neigen sich elegant zur Seite. An den Clematis-Rankgerüsten, die extra passend zum Tor gefertigt worden sind, ist eine weiße Clematis viticella mit Namen 'Maria Cornelia' zu finden. Sie ist recht wüchsig und hat in ihren mittelgroßen Blüten schwarze Staubgefäße. Mitte Oktober beginnt dann die hohe Herbstmargerite (Leucanthemella serotina) mit der Blüte und Aster 'Schneetanne' beendet den Blütenreigen mit der späten Blüte im November. So hat das Weiße Beet übers Jahr immer wieder magische Momente, denn der Leuchtkraft und Reinheit weißer Blüten kann sich niemand entziehen.

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