Aktivitäten

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Beispiele unserer Aktivitäten

Wo einst Flugzeuge starteten: Botanische Exkursion in die Tegeler Stadtheide

Wo einst Flugzeuge starteten: Botanische Exkursion in die Tegeler Stadtheide

Regionalgruppe Berlin/Brandenburg unterwegs auf dem ehemaligen Flughafen Tegel

Wo jahrzehntelang Flugzeuge starteten und landeten, breiten sich heute Magerrasen, Heidekrautfluren und artenreiche Offenflächen aus. Am 24. August 2026 besuchte die Regionalgruppe Berlin/Brandenburg im Rahmen einer botanischen Exkursion die Tegeler Stadtheide. Die Führung wurde von Campus Stadt Natur, dem Umweltbildungsprogramm von Grün Berlin, durchgeführt.

Foto: Holger Bertram

Schon der erste Eindruck war ungewöhnlich: Mitten in Berlin öffnet sich eine weite Landschaft, wie man sie in einer Großstadt kaum erwartet. Die ehemaligen Start- und Landebahnen erinnern noch deutlich an die frühere Nutzung des Geländes. Dazwischen haben sich über viele Jahre wertvolle Lebensräume entwickelt.

Ein Flughafen als Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere
Gerade die jahrzehntelange Abschirmung des Flughafengeländes von der Öffentlichkeit hat dazu beigetragen, dass sich auf den großen unbebauten Flächen besondere Biotope erhalten konnten. Trockene, nährstoffarme Standorte bieten Pflanzen Lebensraum, die in der dicht bebauten Stadt selten geworden sind.
Heide
Foto: Uwe Zager

Die Tegeler Stadtheide zeigt eindrucksvoll, welche Vielfalt auf mageren und offenen Standorten entstehen kann. Zu den für das Gebiet charakteristischen und schützenswerten Pflanzen gehört beispielsweise die Heidenelke (Dianthus deltoides). Insgesamt kommen auf dem Gelände zahlreiche Pflanzenarten vor, die gemeinsam mit Insekten, Vögeln und anderen Tieren ein bemerkenswertes städtisches Ökosystem bilden.
Die Offenhaltung dieser Landschaft ist dabei eine wichtige Aufgabe. Künftig soll deshalb unter anderem eine großflächige Beweidung mit Schafen, Rindern und Pferden dazu beitragen, das Mosaik aus Pioniertrockenrasen, Sandtrockenrasen und trockener Sandheide langfristig zu erhalten.

Foto: Holger Bertram

Vom Flughafen zum Landschaftspark
Mit der Schließung des Flughafens Tegel im November 2020 begann für das Gelände ein neues Kapitel. Rund um das ehemalige Terminal entstehen mit der Urban Tech Republic ein Forschungs- und Industriestandort und mit dem Schumacher Quartier ein neues Wohngebiet. Einen großen grünen Gegenpol dazu bildet die Tegeler Stadtheide.
Auf perspektivisch rund 190 Hektar soll hier der Landschaftspark der Tegeler Stadtheide entstehen. Anders als bei einem klassischen Stadtpark steht nicht eine intensive gärtnerische Gestaltung im Mittelpunkt, sondern die vorhandenen Lebensräume sollen erhalten, weiterentwickelt und zugleich für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht werden.

Foto: Uwe Zager

Geplant sind unter anderem Wege durch die weite Landschaft, ein Heidesteg, Aussichtspunkte sowie Angebote zur Umweltbildung. Die ehemaligen Strukturen des Flughafens bleiben dabei teilweise sichtbar und machen die Geschichte des Ortes weiterhin ablesbar.
Eine besondere Herausforderung war die Belastung des ehemaligen Flugfeldes mit Kampfmitteln. Die Räumung konnte 2025 abgeschlossen werden. Der eigentliche Baubeginn für den Landschaftspark ist derzeit für 2028 vorgesehen, die Eröffnung für 2030.

Eine Landschaft im Wandel
Unsere Exkursion zeigte damit nicht nur interessante Pflanzenstandorte, sondern einen Landschaftsraum mitten in einem außergewöhnlichen Veränderungsprozess. Zwischen ehemaligen Rollbahnen, Trockenrasen und Heide lässt sich beobachten, wie aus einem jahrzehntelang abgeschlossenen Flughafenareal ein neuer Natur- und Erholungsraum für Berlin entsteht.

Foto: Holger Bertram

Für Pflanzenfreunde ist die Tegeler Stadtheide schon heute ein faszinierender Ort. 
 

Gartenbesuch bei Eugeniusz Radziul in Polen

Am 4. Juli 2026 besuchten Mitglieder der Gesellschaft der Staudenfreunde den Garten von Eugeniusz Radziul, rund 30 Kilometer von Frankfurt (Oder) entfernt. Der gelernte Forstingenieur ist seit Jahrzehnten als leidenschaftlicher Pflanzensammler, Züchter und ausgewiesener Kenner seltener Zierpflanzen bekannt.

Foto: Uwe Zager

Seine außergewöhnliche Sammlung umfasste im Laufe der Jahre rund 5.000 Arten und Sorten, darunter Stauden, Gehölze, Gräser, Farne, Kletter- und Zwiebelpflanzen sowie Sumpf- und Wasserpflanzen aus weiten Teilen der Nordhalbkugel. Bei dem Rundgang konnten wir zahlreiche botanische Raritäten entdecken und von Eugeniusz Radziuls umfassender Pflanzenkenntnis und langjähriger Erfahrung profitieren. Vielen Mitgliedern war er bereits durch sein besonderes Pflanzenangebot und seine persönliche Beratung auf dem Berliner Staudenmarkt bekannt. Der Besuch bot spannende Einblicke in das Lebenswerk eines außergewöhnlichen Pflanzensammlers und reichlich Anregungen für den eigenen Garten.

 

Botanische Exkursion zum Dobbrikower Weinberg

Am 6. Juni 2026 führte Andreas Herrmann Mitglieder unserer Regionalgruppe auf den Dobbrikower Weinberg bei Nuthe-Urstromtal. Wie eine trockene Insel erhebt sich der warme und nährstoffarme Standort aus der umgebenden, eher feuchten Landschaft. Im Mittelpunkt der Exkursion standen die artenreichen Trockenrasen und der leuchtend blühende Blutrote Storchschnabel (Geranium sanguineum).

Foto: Susanne Zager

Der etwa sechs Hektar große Weinberg gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Seine besondere Bedeutung verdankt das FFH-Gebiet den selten gewordenen Halbtrockenrasen und seiner außergewöhnlich vielfältigen Pflanzenwelt. Mehr als 100 Pflanzenarten wurden hier nachgewiesen, darunter 28 Arten der Roten Listen Brandenburgs und Deutschlands. Zu den botanischen Besonderheiten zählen die Goldhaar-Aster (Aster linosyris), die Graue oder Wohlriechende Skabiose (Scabiosa canescens), der Hügel-Meier (Asperula cynanchica) und der Blutrote Storchschnabel (Geranium sanguineum).

Foto: Susanne Zager

Die sonnigen Hänge bieten außerdem spezialisierten Wildbienen, Schmetterlingen, Heuschrecken und Zauneidechsen einen wertvollen Lebensraum. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie viele botanische Kostbarkeiten sich auf kleiner Fläche erhalten können und wie wichtig die regelmäßige Pflege und Offenhaltung der Trockenrasen ist.

Flechten sind faszinierende Doppelwesen aus Algen und Pilzen

Am 8. Mai 2026 erkundeten wir bei einer Naturerlebnisführung das „Geheimnisvolle Leben der Flechten“ im Schlossgarten Charlottenburg.

Foto: Susanne Zager

Der ab 1695 für Kurfürstin Sophie Charlotte angelegte Garten verbindet heute ein rekonstruiertes barockes Parterre mit weiten Bereichen eines englischen Landschaftsgartens. Alte Bäume, Mauern und Steine boten zahlreiche Möglichkeiten, die oft übersehene Lebenswelt der Flechten aus nächster Nähe zu entdecken.

Foto: Susanne Zager

Flechten sind faszinierende Doppelwesen aus Algen und Pilzen. Die Alge bildet durch Fotosynthese energiereichen Zucker. Der Pilz sorgt für Halt, speichert Wasser, liefert Mineralstoffe und schützt den Partner. In Berlin sind rd. 310 Arten nachgewiesen. Wissenschaftlich dokumentiert sind Berliner Funde mindestens seit 1787. Nach starken Rückgängen durch die frühere Luftverschmutzung und haben sich mit dem Einbau von Katalysatoren in die Autos viele Arten inzwischen wieder bis in die Innenstadt ausgebreitet. Die Heilwirkung von Isländisches Moos – dieser Name stammt aus einer Zeit, als man den Unterschied zwischen Moos und Flechte noch nicht kannte – war schon sehr früh bekannt.

Isländisches Moos

Isländisches Moos
Foto: Uwe Zager

Die leuchtende Gelbflechte wurde 2004 zur Flechte des Jahres gewählt und war auch für uns Laien leicht zu erkennen.

Gewöhliche Gelbflechte

Gewöhliche Gelbflechte, Foto: Uwe Zager
 

Garten und Dichtung auf der „Fenne“

Ein Gartenbesuch führte am 30. Mai 2026 die Mitglieder der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg zur „Fenne“ bei Groß Machnow, dem ehemaligen Wohnort des Dichters und Dramatikers Peter Hacks. Hacks pachtete 1973 das Gelände einer früheren Ziegelei und ließ dort ein eigenwilliges Refugium entstehen, das in der Umgebung bis heute auch „die Burg“ genannt wird.

Foto: Susanne Zager

Rund um das historische Gebäudeensemble überraschten uns unterschiedliche Gartenräume: ein kleiner Barockgarten, ein farbenreicher Hofgarten, ein etwa 1.600 Quadratmeter großer Landschaftsgarten mit Seerosenteich und ein intimer Hausgarten. Vieles ist noch so erhalten, wie Peter Hacks es während seiner Sommer auf der „Fenne“ kannte. Zwischen Rosen, Stauden, alten Gehölzen, Skulpturen und stillen Sitzplätzen verbinden sich Gartenkunst, Literatur und die besondere Atmosphäre eines Dichterortes.

Foto: Susanne Zager

Für Peter Hacks lag die Schönheit nicht allein in prächtigen Blüten, auch das Nützliche, Alltägliche und scheinbar Unscheinbare gehörte für ihn zur Kunst des Gartens.

Besuch im Garten Dreisicke in Luckenwalde

Am 24. Mai 2025 besuchten Mitglieder der Regionalgruppe Berlin Brandenburg den Garten der Familie Dreisicke. In Luckenwalde erwartete uns ein 3.000 Quadratmeter großer Garten, der nach englischem Vorbild angelegt wurde. Neben Rhododendren, Azaleen und seltenen Gehölzen konnten wir zahlreiche Stauden bewundern. Viele dendrologische Besonderheiten wie z.B. Taschentuch-, Mammut-, Judas-, Pfefferkuchenbaum machen den Garten besonders und geben ihm seine Struktur.

Bei Kaffee, Kuchen und interessanten Fachsimpeleien klang ein schöner Nachmittag aus. 

Fotos: S. Zager  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besuch der RG im Garten der Familie Engelmann

Der Staudengarten der Familie Engelmann gliedert sich in fünf Bereiche: den Kulissengarten, den Gräsergarten, den Teich, den Nordgarten und den Schattengarten. Im „Garten in den Wiesen“ wird viel ausprobiert. Neben Stauden gibt es auch eine Auswahl an Gehölzen, die für viele von uns neu waren. Die Mitglieder unserer Gruppe wurden mit der Struktur des Gartens bekannt gemacht und erhielten von Hagen Engelmann Hinweise und Tipps zu einzelnen Stauden und Gehölzen. Es war spannend den Ausführungen zuzuhören und Fragen zu stellen.

Impressionen: Fotos (c) Susanne Zager

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Exkursion auf dem Gelände der Freien Universität in Dahlem

Führung mit Prof. Norbert Kühn

Der Klimawandel macht auch vor den Privatgärten nicht Halt. Nach den Berechnungen der Klimaforscher wird es viel Regen in Herbst und Winter geben, die Sommermonate werden eher von Hitzeperioden geprägt sein. Wie das Wasser genutzt und die Pflanzenauswahl den neuen Herausforderungen angeglichen werden kann, das wird erforscht und erprobt.

Auch unsere Gärten können zur Klimaverbesserung und Förderung der Artenvielfalt beitragen“.

Um uns Anregungen zu holen, unternahm die Regionalgruppe Berlin/Brandenburg am 26. Juli 2024 eine Exkursion auf das Forschungsgelände der Freien Universität Dahlem.

Prof. Nobert Kühn stellte uns attraktive Staudenpflanzungen in Versickerungsmulden vor. Ziel der Forschung seit 2021 ist, eine Bepflanzung von Mulden mit ausgewählten Pflanzenmischungen zu entwickeln, die Stadtquartiere aufwertet, Versickerung verbessert und Artenvielfalt fördert.

Wir erhielten einen Überblick über Möglichkeiten des Coppicing (radikaler Rückschnitt von Gehölzen) bei Kombinationspflanzungen von Gehölzen und Stauden und konnten Schaupflanzungen zu Grasländern bewundern"

Fotos: Ingrid Gorr

Dahlem 1

 

Exkursion Dahlem 2

 

Exkursion Dahlem 3

 

Exkursion Dahlem 4

 

Exkursion Dahlem 5

 

Exkursion Dahlem 6

 

Exkursion Dahlem 7

 

Exkursion Dahlem 8

 

Exkursion Dahlem 9

 

Exkursion Dahlem 10